EBOOK

Vienna


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gebunden
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Februar 2005

Beschreibung

Beschreibung

»Ein bedeutsamer, aus der aktuellen Literatur herausragender Roman« Die ZeitSo hat lange niemand mehr erzählt - Eva Menasses Familiensaga fängt von Wien aus ein ganzes Jahrhundert ein.Von der Vergangenheit bleibt nur, was erzählt wird. Eva Menasse macht das Erinnern zum Ausgangspunkt des Erzählens und entwirft mit den fulminanten Geschichten einer Wiener Familie mit jüdischen Wurzeln den Bilderreigen einer Epoche.»Mein Vater war eine Sturzgeburt«: Kopfüber, wie die Hauptfigur, fällt der Leser in diesen Roman und erlebt, wie die Großmutter über ihrer Bridge-Partie beinahe die Geburt versäumt. So kommt der Vater der Erzählerin zu Hause zur Welt, ruiniert dabei den kostbaren Pelzmantel und verhilft der wortgewaltigen Familie zu einer ihrer beliebtesten Anekdoten. Hier, wo man permanent durcheinander redet und sich selten einig ist, gilt der am meisten, der am lustigsten erzählt. Fragen stellt man besser nicht, obwohl die ungewöhnliche Verbindung der Großeltern, eines Wiener Juden und einer mährischen Katholikin, im zwanzigsten Jahrhundert höchst schicksalsträchtig ist.So verschlägt es deren drei Kinder auf der Flucht vor den Nazis in die Welt. Während der eine in England Fußballer wird und der andere sich im Dschungel von Burma als Soldat durchschlägt, geht die schöne Schwester Katzi in Kanada verloren. Über sie wird später am Familientisch auffällig geschwiegen, lieber redet man vom legendären Onkel Königsbee, der mit Wortverdrehungen wie »Das ist nicht meine Dämone« unsterblich geworden ist. Doch als die Enkel beginnen, Fragen zu stellen, zerrinnt ihnen das einzige Erbe, der tragikomische Geschichtenfundus, zwischen den Fingern.Eva Menasse beeindruckt mit einem Ensemble hinreißender Figuren und unerwarteten Begebenheiten und zeigt wie nebenbei das Entstehen und den Zerfall von Familiengeschichte und Identität.

Portrait

Eva Menasse, geboren 1970 in Wien, lebt seit 2003 als freie Schriftstellerin in Berlin. Ihr Debütroman »Vienna« sowie ihre folgenden Erzählungen und Essays waren bei Kritik und Lesern ein großer Erfolg. Für ihren Roman »Quasikristalle« wurde sie mit dem Gerty-Spies-Literaturpreis, dem österreichischen Alpha-Literaturpreis sowie dem Heinrich-Böll-Preis der Stadt Köln ausgezeichnet. 2015 war sie Stipendiatin der Villa Massimo in Rom und erhielt für ihr bisheriges Werk den Jonathan-Swift-Preis für Satire und Humor.

Pressestimmen

" Vienna ist eines der eindrucksvollsten Debüts der letzten Jahre: tief bewegend, herrlich komisch, mit einer neuen unverbrauchten Stimme." Arte
EAN: 9783462034653
ISBN: 3462034650
Verlag: Kiepenheuer & Witsch GmbH
Erscheinungsdatum: Februar 2005
Seitenanzahl: 432 Seiten
Format: gebunden

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Elisabeth Stein-Salomon - 01.12.2006, 20:49
Familiengeschichte und Bilderreigen einer Epoche
Eva Menasse erzählt in Vienna die Geschichte Ihrer Wiener Familie, ausgehend von den Großeltern, einer mährischen Katholikin und eines Wiener Juden bis in die Gegenwart. Der Roman ist mit allen Wassern des Wienerischen, des Kaffeehaus-Milieus und Kaffeehaus-Geplauders gewaschen. Die junge Wiener Autorin beeindruckt durch die Unbekümmertheit, mit der sie das Epische, das Politische, das Humoristische und das Essayistische verbindet. Leichthändig löst sie die Chronologie ihrer Geschichte auf und organisiert sie stattdessen in einer raffinierten Zeitspirale, in der sie die Familiengeschichte nach und nach zum Bilderreigen einer Epoche weitet.