EBOOK

Wilde Schafsjagd


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gebunden
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März 2005

Beschreibung

Beschreibung

Was als wilde, sich überschlagende Jagd endet, beginnt ganz einfach: mit einem Brief, in dem das Foto eines Schafes steckt. Er ist adressiert an einen müden Endzwanziger, der als Mitinhaber einer Tokyoter Werbeagentur in einem Nebel aus Zigaretten und Alkohol lebt: Nur ein Abenteuer kann einen Ausweg aus seiner Langeweile bieten - die "Wilde Schafsjagd" beginnt. Haruki Murakamis meisterhafter Bestseller um ein Schaf mit übernatürlichen Kräften, ein Teilzeit-Callgirl mit den schönsten Ohren der Welt und einen Kriegsverbrecher mit Gehirntumor ist ein fantastischer Detektivroman, inspiriert von den düsteren Werken Raymond Chandlers - nur dass dieser Fall unlösbar ist. Der Geschichtenzauberer Murakami entführt in eine Welt voll bizarrer Geheimnisse, in der Realität und Fantasie zu einem virtuosen Abenteuer verschmelzen. Der 1991 im Insel Verlag erschienene Roman: Jetzt in einer Neuausgabe.

Portrait

Haruki Murakami wurde 1949 in Kyoto geboren, die Eltern sind Lehrer für japanische Literatur. Einzelkind, Studium der Theaterwissenschaften und Drehbuchschreiben in Tokyo, aufkeimendes Interesse an amerikanischer Literatur und Musik, erste, fehlgeschlagene Schreibversuche, aus Aversion gegen einen Konzernjob. 1974 Gründung des Jazzclubs äPeter Catô, den er bis 1982 betreibt. Fortgesetzte Schreibversuche, die 1978 zum Erfolg führen. Sein damals entstandener Roman äWild sheep chaseô (äWilde Schafsjagdô, Insel, 1991) erreicht 1982 eine Millionenauflage. In den 80er Jahren dauerhaft in Europa ansässig (u.a. in Frankreich, Italien und Griechenland), geht er 1991 in die USA, ehe er 1995 nach Japan zurückkehrt û dem Jahr des schweren Erdbebens von Kobe und des Anschlags der Aum-Sekte auf die Tokyoter U-Bahn. Ein Akt der Solidarität, denn: äIch hatte das Gefühl, dies sei ein Wendepunkt für Japan.ô 1987 erschien Murakamis bis dato erfolgreichster Roman, dem er den Titel eines Beatles-Ohrwurms (äNorwegian Woodô, dt. äNaokos Lächelnô, DuMont 2001) gab: Allein in Japan wurden über 4 Mio. Exemplare verkauft. Der Roman bündelt brennglasartig Stil und Themen des Erfolgsliteraten: äIch hasste die japanische Literatur, also borgte ich mir amerikanische Erzählstrukturen, von Raymond Chandler und Kurt Vonnegutà Aber ich habe nicht ein Stückchen meiner japanischen Identität dabei verloren,ô so Murakami in einen äZeitô-Interview. Kurze Sätze, kaum Adjektive, Innenansichten aus der Perspektive seiner meist männlichen Helden û das sind die prägenden Stilmerkmale. Hier wie in den anderen Romanen wird die Handlung von einem Einzelgänger mittleren Alters getragen û in dem stark kollektiv orientierten Japan die Ausnahme und zugleich Voraussetzung dafür, dass Murakami zum Kultautor werden konnte. Zentrales Thema Murakamis aus der Sicht von äZeitô-Redakteur Ulrich Greiner: äWie funktioniert unser Gedächtnis, wer beherrscht es? Wir selber sind es offenbar nur in höchst unzureichendem Maßà Erinnerung an die Verluste, an die verlorenen Gefühle û das ist das große Ziel.ô Mit Greiner, der Murakami einen äbelesenen Könnerô nennt (äDie Balance, der Rhythmus, die Tonart: Das alles ist wohl bedachtô), stimmt auch Harald Martenstein überein (äDer Tagesspiegelô). Auch für ihn geht es bei Murakami äimmer um die großen, schweren Fragen des Lebensô. Aber: äEs liest sich federleicht. Auf den ersten Blick ist er ein altmodischer Erzähler. Erst allmählich spürt man, wie raffiniert er ist und wie sehr auf der Höhe der Zeit. Die Erzählstruktur ist also auf so perfekte Weise modern, dass man sie fast schon wieder für traditionell hält.ô äGefährliche Geliebteô von 1992 (deutsch bei DuMont, 2000), handelt von einem Jazzclub-Besitzer, der nach 25 Jahren wie in einer Halluzination seiner Geliebten aus früher Jugend wieder begegnet und sich zwischen zwei Lebenspolen zerschleißt: dem Versuch, ein unauffälliges Leben made in Japan zu führen und seinem Wunsch nach individuellem Glück.
äMr. Aufziehvogelô (1994/deutsch 1998 bei DuMont) ist Murakamis opus magnum û und das nicht nur wegen seines Umfangs von annähernd 700 Seiten. Das Buch gibt zunächst vor, wieder ein Einzelgängerleben darzustellen û diesmal das eines 30jährigen arbeitslosen Juristen û , bei den Ausflügen in die verzweigten unterirdischen Gänge seines Lebens aber weitet sich die Erzählung zu einem Panorama der Epoche, einem äunglaublich dichten und dreidimensionalen Bild Japans im späten 20. Jahrhundertô (Thomas Hartl in äDer Standardô). Murakami habe so etwas wie die Quadratur des Kreises bewältigt: äEin höchst lesbarer und spannender, aber auch vielschichtiger Text, der mit postmoderner spielerischer Leichtigkeit Genres wie Bildungsroman, Krimi, Liebesgeschichte, politische Allegorie und andere vermengt und dem das scheinbar Unmögliche gelingt: Auf keiner einzigen Seite kommt eine Spur Langeweile auf, nie gerät Murakamis erzählerischer Atem ins Stocken.ô Der so Gelobte hat natürlich auch seine Kritiker, namentlich in Japan selbst, wo ihn konservative Feuilletons und Schriftstellerkollegen als äbatakusaiô û änach Butter stinkenden Wessiô beschimpfen. Trotzdem hat der japanische Literaturbetrieb in den letzten 20 Jahren an seinem neben Banana Yoshimoto erfolgreichsten Exponenten nicht vorbeisehen können; er hat ihn mit allen herausragenden und hoch dotierten Literaturpreisen des Landes überhäuft.


EAN: 9783832178994
ISBN: 3832178996
Untertitel: Originaltitel: Hitsuji o meguru boken.
Verlag: DuMont Buchverlag GmbH
Erscheinungsdatum: März 2005
Seitenanzahl: 299 Seiten
Übersetzer/Sprecher: Übersetzt von Annelie Ortmanns
Format: gebunden
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