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Parteimitglieder im Wandel


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Oktober 2005

Beschreibung

Beschreibung

Nach dem Urteil der meisten deutschen Wahlforscher befindet sich der "radi­ kal-modeme Wähler" auf dem Vormarsch (Gluchowski u. a. 2001: 199; vgl. Bürklin 1994: 28; BürklinlKlein 1998: 81-96; Schultze 2001b: 561). Dieser sei an keine bestimme Partei gebunden und verstehe seine Stimmabgabe als echte (Aus-)Wahl, bei der er sowohl die bisherigen Leistungen der Parteien als auch deren im Wahlkampf präsentiertes Programm-und Personalangebot berücksichtige. Infolgedessen sei die Wahlentscheidung immer weniger Aus­ druck einer sozialstrukturell fundierten Bindung an eine Partei und immer mehr das Resultat individueller Abwägungsprozesse. Zwar beeinflussten langfristige Erfahrungen weiterhin die Stimmabgabe, kurzfristige und situati­ ve Einflüsse gewännen jedoch an Bedeutung. Ursächlich für diese Entwick­ lung sind nach dem Dafürhalten der Wahlforschung die Veränderungen, denen modeme Industriegesellschaften unterliegen. Der als Folge der Tertiä­ risierung zu beobachtende berufs strukturelle Umbruch habe ebenso wie die voranschreitende Säkularisierung zu einem weiteren Abschmelzen der tradi­ tionellen Trägermilieus der Parteien beigetragen. Die Bildungsexpansion führe zur Individualisierung und Pluralisierung persönlicher Prägungen, Prä­ ferenzen und Lebensstile. Traditionelle Formen der Vergemeinschaftung lös­ ten sich mehr und mehr auf. Entsprechend orientiere sich das politische Ver­ halten der Bürger immer seltener an etablierten Normen und werde zuneh­ mend einem Kosten-Nutzen-Kalkül unterworfen. Neuere Arbeiten relativieren die These von der Ausbreitung des moder­ nen Wählers und betonen, dass die meisten Bürger sich keineswegs kurzfris­ tig für oder gegen eine Partei entscheiden (Müller 1998a; Brettschneider u. a. 2002).

Inhaltsverzeichnis

Krise oder Wandel der Parteien? - Der Wandel der Parteimitglieder: Forschungsstand und Forschungsdefizite - Theorien politischer Partizipation - Empirie des Mitgliederwandels: Partizipation - Empirie des Mitgliederwandels: Repräsentation

Portrait

:Heiko Biehl ist Wissenschaftlicher Rat z.A. an der Akademie der Bundeswehr für Information und Kommunikation in Strausberg und Lehrbeauftragter für Soziologie an der Universität Potsdam.


Pressestimmen

"Indem er überzeugend die normativen und analytischen Diskussionen der letzten Jahre zusammenfasst, entwirft er [der Autor] das Bild einer Parteienlandschaft, die sich zunehmend weniger an Milieus und Sozialprofilen orientiert, sondern vielmehr von Mitgliedern geprägt wird, für die Kosten-Nutzen-Kalküle und instrumentelle Erwägungen ein zentrales Motiv der Parteienbindung spielen." Mitteilungsblatt des Instituts für soziale Bewegungen, 40/2008
"Eine empirisch, sowohl in theoretischer wie auch in methodischer Hinsicht überzeugende Arbeit [...]." Neue Politische Literatur, 01/2006
"[...] höchst lesenswert [...]." www.netzwerk-politische-bildung.de, 18.04.2006
EAN: 9783531145679
ISBN: 3531145673
Untertitel: Partizipation und Repräsentation. 3 Schwarz-Weiß- Abbildungen, 70 Schwarz-Weiß- Tabellen.
Verlag: VS Verlag für Sozialw.
Erscheinungsdatum: Oktober 2005
Seitenanzahl: 265 Seiten
Format: kartoniert
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