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Das falsche Gewicht


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November 2005

Beschreibung

Beschreibung

Joseph Roths Eichmeister Eibenschütz: ein Mann, der aus Liebe schuldig wird. Das falsche Gewicht ist die in brennenden Farben und mit fesselnden Bildern erzählte Geschichte des Eichmeisters Anselm Eibenschütz, in der Joseph Roth die Welt des sterbenden k.u.k.-Österreich heraufbeschwört.Nach zwölf Jahren Militärdienst übernimmt Anselm Eibenschütz seiner Frau zuliebe den Posten eines k.u.k-Eichmeisters. Auf seinem kleinen Wagen fährt er durch die Dörfer, prüft Maße und Gewichte der Händler. Doch in einer Gegend, in der Bestechung und Betrug an der Tagesordnung sind, ist einer wie Eibenschütz, der gewissenhaft die Einhaltung der Gesetze überwacht, ein geborener Feind. Einsam inmitten der Gauner, Spieler und Deserteure wird der Eichmeister auch von seiner Frau betrogen, die ihm das Kind eines anderen unterschieben will. Da gelingt es dem ehemaligen Unteroffizier, den größten aller Halunken hinter Gitter zu bringen, den Mörder Leibusch Jadlowker. Eibenschütz verliebt sich in dessen Freundin, die schöne Zigeunerin Euphemia, und genießt einen Sommer lang sein Glück. Als Euphemia sich von ihm abwendet, Frau und Kind an der Cholera sterben, beginnt sein unausweichlicher Abstieg. Der einst ehrliche Eichmeister wird gemein, wird zum Händler mit falschen Gewichten und verliert sich im Alkohol. Schließlich entkommt Jadlowker aus dem Zuchthaus, und sinnt auf Rache ... Joseph Roth schrieb den Roman 1937 im Pariser Exil. Er schuf im Untergang eines redlichen Mannes, der aus Liebe schuldig wird, und im Bild von den Gewichten, die falsch und richtig zugleich sind, ein unvergessliches Gleichnis für das sterbende Habsburgische Reich.

Portrait

#Joseph Roth, 1894 in Galizien geboren, studierte Literaturwissenschaften in Wien und Lemberg. Teilnahme am Ersten Weltkrieg. Ab 1918 Journalist in Wien, dann Berlin, 1923-1932 Korrespondent der Frankfurter Zeitung. 1933 Emigration nach Frankreich. Starb 1939 im Alter von nur 45 Jahren in Paris.Weitere Titel: ÈIm Bistro nach MitternachtÇ, KiWi 525. ÈBeichte eines MardersÇ, KiWi 882. ÈTarabasÇ, KiWi 884. ÈHiobÇ, KiWi 662. ÈHotel SavoyÇ, KiWi 178. ÈJuden auf WanderschaftÇ, KiWi 81. ÈDie KapuzinergruftÇ, KiWi 125. ÈDie Legende vom heiligen TrinkerÇ, KiWi 27. ÈPanoptikumÇ, KiWi 35. ÈPerlefterÇ, KiWi 398. ÈRadetzkymarschÇ, KiWi 190. ÈDer LeviathanÇ, KiWi 883. ÈRechts und LinksÇ, KiWi 88. ÈReise nach Ru§landÇ, KiWi 378. ÈRomaneÇ, vier B`nde in einer Kassette, KiWi 350. ÈDas SpinnennetzÇ, KiWi 152. ÈDie Geschichte von der 1002. NachtÇ, KiWi 881. ÈZipper und sein VaterÇ, KiWi 110. ÈDie zweite LiebeÇ, KiWi 301. ÈJoseph Roth in BerlinÇ, KiWi 419. ÈJoseph Roth - KaffeehausfrxhlingÇ, KiWi 885.
EAN: 9783462036336
ISBN: 3462036335
Untertitel: 'KIWI'.
Verlag: Kiepenheuer & Witsch GmbH
Erscheinungsdatum: November 2005
Seitenanzahl: 128 Seiten
Format: kartoniert

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Polar - 15.01.2008, 17:30
Auf der Waage
Wie steht es um die Redlichkeit eines Kleinbürgers? Gut, würde man im Allgemeinen behauptet. Denn sie, die Redlichkeit, ist alles, was er besitzt. Sie unterscheidet ihn von anderen. Sie hält seine kleine Welt zusammen. Mit ihr kann er sich über andere erheben. Joseph Roth erzählt von einem solchen Mann, der glaubt, dass die Welt sich eichen lässt, obwohl schon die eigene Frau längst ein falsches Gewicht in ihrer Ehe aufgelegt hat. Sind es die Gauner, die Deserteure, die Schmuggler, die ihn zu Fall bringen, oder nicht vielmehr er selbst. Hinter allen Geschichten von Joseph Roth steht der Untergang der Habsburger Monarchie. Auch sie schillernd, stolz, mächtig, bis sie urplötzlich feststellen mußte, dass sie sich überlebt hatte. Und so muß auch Anselm Eibenschütz feststellen, dass er in dem Beruf, den er seiner Frau zu liebe übernimmt, die Verlockungen so mächtig sind, dass er ihnen erliegt. Der Mann verliebt sich zuerst und wirft dann all das, was ihn ausmacht über Bord. Dass er ohne all das nicht zu Recht kommt, erkennt er zu spät. Jeder trägt ein Bild von sich vor sich her, und wer glaubt, ein völlig anderer zu sein, dem wird nicht selten vor Augen geführt, wie kurz das Glück doch sein kann. Joseph Roths Roman ist ein Meisterwerk über das große Glück, über das Aufbegehren gegen sich selbst und über die wunderbare Manie des Menschen sich glauben zu machen, das man eigentlich ganz anders leben will.