EBOOK

Jazztime


€ 24,90
 
gebunden
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Februar 2006

Beschreibung

Beschreibung

Henry Smart, einstiger irischer Revolverheld, flieht 1924 in die Neue Welt. New York ist das Zentrum des Universums, und Henry ist einer, der sich rasch anpasst und lukrativen Geschäften nachgeht. Dabei kommt er Gangstern in die Quere, die noch skrupelloser sind als er, und er entdeckt in Chicago die Welt der Flüsterkneipen und Tanzhallen - und des Jazz, soeben neu erfunden vom Trompeter Louis Armstrong. Ein Roman wie Musik: wild, rhythmisch, berauschend.

Portrait

Roddy Doyle, 1958 in Dublin geboren, arbeitete als Lehrer, bevor er als Autor berühmt wurde. Auf Deutsch erschienen unter anderem die Barrytown-Trilogie - The Commitments wurde von Alan Parker, The Snapper und The Van von Stephen Frears verfilmt - und die Romane Paddy Clarke Ha Ha Ha (1994), für den er den Booker-Preis erhielt, Henry der Held (2000) sowie zwei Kinderbücher. Bei Hanser erschienen Rory und Ita (2005), Jazztime (Roman, 2006), Paula Spencer (2008), Typisch irisch (Erzählungen, 2011) und Die Rückkehr des Henry Smart (Roman, 2013). 
EAN: 9783446207141
ISBN: 3446207147
Untertitel: Originaltitel: Oh, Play That Thing.
Verlag: Hanser, Carl GmbH + Co.
Erscheinungsdatum: Februar 2006
Seitenanzahl: 480 Seiten
Übersetzer/Sprecher: Übersetzt von Renate Orth-Guttmann
Format: gebunden

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Kundenbewertungen

Elvira Hanemann - 07.11.2006, 15:20
Henry der Held meets Louis Armstrong
Henry aus Doyles Buch "Henry der Held" schlägt sich nach seiner Flucht aus Irland, bei der er seine Frau und Tochter zurücklassen musste, so einigermaßen durch in New York. Gelegenheitsarbeiten, pfiffige Geschäftsideen und Kontakte zur Halbwelt, besonders auch in Form einiger attraktiver junger Frauen und erste Erfolge als Geschäftsmann sorgen dafür, dass die Angst vor seinen irischen Verfolgern langsam abnimmt. Als er dann in einem Club zum ersten Mal den damals noch unbekannten Louis Armstrong spielen hört, verändert sich sein Leben völlig. Er ist absolut fasziniert von dieser Musik und der Lebendigkeit, mit der Armstrong sie spielt, ja lebt. Er lernt ihn kennen und die beiden werden Freunde. Henry entwickelt sich zu einer Art "weißer Türöffner" für Armstrong. Er ist zwar nicht sein Manager, aber durch seine Hautfarbe - wohl auch etwas durch sein forsches Auftreten - ermöglicht er diesem Zutritt in bislang Weißen vorbehaltenen Lokalen und Clubs. Die Zeit mit Armstrong bildet einen Höhepunkt im Leben Henrys. Nach vielen Wirren trifft er seine Frau und sein Kind wieder, doch bis die drei wieder zusammen sein können, gibt es noch einige Abenteuer zu bestehen. Im letzten Teil des Romans gelingt Doyle eine tief beeindruckende Darstellung des Elends, der unvorstellbaren Armut, die so viele Amerikaner während der wirtschaftlichen Depression ereilte. Henry und seine Familie teilen das Schicksal der Wanderarbeiter, die quer durch die USA reisen immer auf der Suche nach Arbeit, egal ob als Erntearbeiter oder "Mädchen für alles". Doch wenn niemand mehr Geld hat, um Arbeit zu bezahlen, dann nützt auch der größte Fleiß nichts. Aus dem jungen Filou wird am Ende ein Mann, der sich bei einem Blick in den Spiegel nicht mehr erkennt, so alt, kaputt und ausgehungert sieht er aus. Wie das Buch nun endgültig endet, möchte ich aber nicht verraten, denn bei Doyle bleibt immer noch mehr als nur eine Möglichkeit offen¿ Man kann diesen Roman übrigens völlig unabhängig vom ersten Teil lesen. Doyle schreibt in einem unkonventionellen, sowohl anspruchsvollen als auch oft provokanten Stil. Wer auf der Suche nach einem anspruchsvollen Unterhaltungsroman ist, sich eventuell auch noch ein bisschen für Jazzmusik interessiert - oder aber für Irland, für New York, für Sex and Crime auf hohem Niveau, der liegt hier genau richtig! Ein schräger, unkonventioneller Schelmenroman mit Tiefgang!