EBOOK

Die Gilde der Schwarzen Magier 03


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August 2006

Beschreibung

Beschreibung

Ein neues hinreißendes Fantasy-Epos voller Magie, Abenteuer und Leidenschaft - für Leser jeden Alters!Sonea hat viel gelernt, seit sie von der Magiergilde aufgenommen wurde. Doch es gibt einiges, das sie lieber nie erfahren hätte - die Dinge, die sie in dem unterirdischen Gewölbe des geheimnisvollen Gildenmeisters Akkarin erblickt hat. Sonea fürchtet, dass seine Zuneigung nur ein hinterlistiges Spiel sein könnte ...

Portrait

Trudi Canavan wurde 1969 im australischen Melbourne geboren. Sie arbeitete als Grafikerin und Designerin für verschiedene Verlage und begann nebenbei zu schreiben. 1999 gewann sie den Aurealis Award für die beste Fantasy-Kurzgeschichte. Ihr Erstlingswerk, der Auftakt zur Trilogie Die Gilde der Schwarzen Magier, erschien 2001 in Australien und wurde weltweit ein riesiger Erfolg. Seither stürmt sie mit jedem neuen Roman die internationalen Bestsellerlisten. Allein in Deutschland wurden bislang über 2,5 Millionen Bücher von Trudi Canavan verkauft.

Leseprobe

Die Botschaft


In der alten kyralischen Dichtung hei' der Mond das Auge. Wenn das Auge weit offen ist, schreckt seine alles durchdringende Aufmerksamkeit vor b'sen Taten ab ' oder treibt diejenigen, die es gewagt haben, sich unter seinem Blick zu vers'ndigen, in den Wahnsinn. Wenn das Auge so weit geschlossen ist, dass nur noch eine schmale Sichel seine Gegenwart verr' l't es zu, dass im Verborgenen begangene Taten ' sowohl gute als auch b'se ' unbemerkt bleiben.
Mit einem schiefen L'eln blickte Cery zum Mond empor. Es war nur noch eine schmale Sichel des Auges sichtbar, so wie es heimliche Liebhaber bevorzugten, aber zu solcher Art von Stelldichein war er in der Dunkelheit der Stadt nicht unterwegs. Seine Absicht war von finstererer Natur.
Ob seine Taten aber gut waren oder schlecht, war f'r ihn schwer zu entscheiden. Die M'er, die er verfolgte, verdienten ihr Schicksal, aber Cery hatte den Verdacht, dass der Auftrag, mit dem er betraut war, noch anderen Zwecken diente als nur demjenigen, die Anzahl der Morde zu verringern, die die Stadt in den letzten Jahren heimgesucht hatten. Er wusste nicht alles 'ber das ganze schmutzige Gesch' ' so viel stand jedenfalls fest ', aber vermutlich wusste er mehr als jeder andere in der Stadt.
Auf seinem Weg 'berdachte er noch einmal seine bisherigen Erkenntnisse. Er hatte festgestellt, dass diese Morde nicht von einem einzigen Mann, sondern von einer ganzen Reihe von ihnen begangen worden waren. Au'rdem hatte er bemerkt, dass diese M'er alle der gleichen Rasse angeh'rten ' es waren Sachakaner. Und das Wichtigste: Er wusste, dass sie allesamt Magier waren.
Soweit Cery bekannt war, gab es in der Gilde keine Sachakaner.
Wenn die Diebe irgendetwas von dieser ganzen Angelegenheit wussten, dann behielten sie ihr Wissen jedenfalls f'r sich. Bei einem Treffen der Diebe vor zwei Jahren hatten sich die F'hrer dieser locker verb'ndeten Gruppen der Unterwelt 'ber Cerys Vorschlag, den M'rder zu finden und aufz
uhalten, lustig gemacht. Diejenigen, die hinterh'ig fragten, warum Cery nach so langer Zeit immer noch keinen Erfolg gehabt hatte, mochten angenommen haben, dass es nur einen einzigen M'rder gab, oder sie hatten ihn glauben machen wollen, dass sie so dachten.
Jedes Mal, wenn Cery mit einem der M'rder fertig war, begann ein anderer sein grausiges Werk. Ungl'cklicherweise musste es den Dieben so vorkommen, als scheitere Cery an seiner Aufgabe. Ihm blieb nichts anderes 'brig, als ihre Fragen abzutun und zu hoffen, dass sein Erfolg bei anderen unterweltlichen Aktivit'n es wieder wettmachen w'rde.
Aus dem dunklen Viereck eines Hauseingangs l'ste sich die Gestalt eines hochgewachsenen Mannes. Unter dem Licht einer fernen Laterne erkannte Cery ein grimmiges, vertrautes Gesicht. Gol nickte kurz und schloss sich Cery an.
Sie erreichten einen Platz, an dem f'nf Stra'n zusammenliefen, und hielten dort auf ein keilf'rmiges Geb'e zu. Als sie durch die offenen T'ren eintraten, nahm Cery den schweren Dunst von Schwei' Bol und K'chenger'chen wahr. Zu der fr'hen Abendstunde war das Bolhaus gut besucht. Sie fanden einen Platz an der Theke, und Gol bestellte zwei Kr'ge Bol und eine Portion gesalzener Bohnen.
Gol hatte bereits die H'te der Bohnen verzehrt, bevor er das erste Wort sprach.
'Ganz hinten. Der Mann mit dem protzigen Ring. Was meinst du, Sohn?'
Wenn sie ihre wahre Identit'nicht preisgeben wollten ' und das wollten sie in diesen Tagen in der 'fentlichkeit nur in den seltensten F'en ', gaben Cery und Gol sich oft als Vater und Sohn aus. Cery war zwar nur um einige Jahre j'nger als Gol, aber dank seiner kleinen Statur und seines jungenhaften Gesichts wurde er oft f'r viel j'nger gehalten, als er war. Nun wartete er einen Moment lang, bevor er den Blick unauff'ig 'ber den hinteren Teil des Schankraums schweifen lie'
Selbst in dem 'berf'llten Bolhaus war der Mann, den Gol meinte, leicht zu erkennen. Sein charakteristisch breites, braunes Sachakaner-Ges
icht war inmitten der blassen Kyralier un'bersehbar. Der Mann beobachtete seine Umgebung sorgf'ig. Nachdem ein fl'chtiger Blick auf die Hand des Mannes Cery einen stumpfen Silberring mit einem roten Funkeln in der Mitte gezeigt hatte, wandte er sich wieder seinem Bolkrug zu.
'Was meinst du?', murmelte Gol.
Cery nahm seinen Krug und tat so, als trinke er einen guten Schluck Bol. 'F'r uns zu schwierig, Pa. Soll sich jemand anders um ihn k'mmern.'
Gol murmelte etwas in seinen Krug, w'end er ihn leerte und dann absetzte. Cery folgte ihm hinaus. Ein paar Stra'necken von dem Bolhaus entfernt, griff er in seine Jackentasche, zog drei Kupferm'nzen hervor und dr'ckte sie Gol in die Hand. Gol seufzte und machte sich davon.
Cery l'elte schief, b'ckte sich dann und 'ffnete ein in eine Mauer eingelassenes Gitter. Einem Fremden w'rde Gol in jeder Situation vollkommen gleichm'tig erscheinen. Aber Cery kannte diesen Seufzer. Gol hatte Angst ' und das aus gutem Grund. Solange diese M'rder unter ihnen waren, schwebte jeder Mann, jede Frau und jedes Kind in den H'ttenvierteln in Gefahr.
Cery schl'pfte in den Gang hinter dem Gitter. Die drei M'nzen, die er Gol gegeben hatte, waren die Bezahlung f'r drei Stra'nkinder, um eine Botschaft zu 'berbringen ' drei f'r den Fall, dass eine Botschaft verloren ging oder erst versp't 'berbracht wurde. Die Empf'er der Nachricht waren irgendwelche Handwerker, die die Botschaft 'ber die Stadtwache einem Botenjungen oder einem eigens daf'r abgerichteten Tier 'bergeben w'rden. Niemand, der diese Nachricht weiterleitete, kannte die Bedeutung ihres Inhalts. Nur der Mann, f'r den die Botschaft letzten Endes bestimmt war, w'rde verstehen, was es damit auf sich hatte. Und dann w'rde die Jagd aufs Neue beginnen.


Nach der Unterrichtsstunde ging Sonea langsam durch das Gedr'e und den L' des Hauptflurs der Universit' F'r gew'hnlich zollte sie den M'chen der anderen Novizen kaum Aufmerksamkeit ' aber heute war es etwas anderes. r/>Genau heute vor einem Jahr habe ich Regin in der Arena besiegt, dachte sie. Ein ganzes Jahr ist seit der Herausforderung vergangen, und so viel hat sich seither ge'ert. Die meisten Novizen waren zu zweit oder in kleinen Gruppen auf dem Weg zum hinteren Treppenhaus und zur Mensa. An der T'r eines Unterrichtsraums steckten ein paar M'hen tuschelnd die K'pfe zusammen. Am Ende des Gangs kam gerade ein Lehrer aus einem Unterrichtsraum, gefolgt von zwei Novizen, die gro' Kisten trugen.
Sonea beobachtete die Gesichter der wenigen Novizen, die von ihr Notiz nahmen. Niemand starrte sie an oder sah auf sie herab. Einige Erstsemester konnten den Blick allerdings nicht von dem Incal auf ihrem 'mel abwenden ' dem Symbol, das sie als Sch'tzling des Hohen Lords auswies.
Am Ende des Korridors ging sie die elegante, durch Magie geformte Treppe der Eingangshalle hinab. Die Stufen unter ihren Stiefeln gaben bei jedem Schritt einen weichen, glocken'lichen Ton von sich. Als noch weitere Schritte die Stufen zum Klingen brachten, hallte das Gel' in der ganzen Halle wider. Sonea blickte auf und sah, dass ihr drei Novizen entgegenkamen, und unwillk'rlich lief ihr ein kalter Schauer 'ber den R'cken.
Der Novize in der Mitte des Trios war Regin. Die beiden anderen waren seine engsten Freunde, Kano und Alend. Mit unbewegtem Gesicht setzte sie ihren Weg fort. Als Regin sie sah, erstarb sein L'eln. Einen Moment lang trafen sich ihre Blicke, bevor Regin sich abwandte und an ihr vor'berging.
Mit einem kleinen Seufzer der Erleichterung sah Sonea ihm nach. Seit der Herausforderung war jede ihrer Begegnungen nach diesem Muster verlaufen. Regin spielte die Rolle des guten Verlierers, und sie gestattete es ihm. Es w' befriedigender gewesen, ihn seine Niederlage sp'ren zu lassen, aber sie war davon 'berzeugt, dass er in diesem Fall irgendwelche M'glichkeiten finden w'rde, sich insgeheim daf'r zu revanchieren. Besser, sie ignorierten einander einfach.
Ihr Sieg 'ber Regin in einem 'f
fentlichen Kampf hatte allerdings mehr bewirkt als nur das Ende seiner Schikanen. Sie schien damit auch den Respekt der anderen Novizen und der meisten Lehrer gewonnen zu haben. Jetzt war sie nicht mehr nur das H'ttenm'hen, dessen Kr'e sich zum ersten Mal in einem Angriff auf die Gilde gezeigt hatten ' w'end der j'lichen Reinigung der Stadt von Herumtreibern und anderen unerw'nschten Personen. Die Erinnerung an jenen Tag entlockte ihr unwillk'rlich ein L'eln. Ich war ebenso 'berrascht, dass ich Magie benutzt hatte, wie sie es waren.
Es hing ihr auch nicht weiter nach, dass sie eine 'wilde Magierin' gewesen war, die sich ihrer Gefangennahme durch einen Handel mit den Dieben entzogen hatte. Damals schien das eine gute Idee zu sein, dachte sie. Ich glaubte, dass die Gilde mich t'ten wollte. Schlie'ich hatten sie nie zuvor jemanden ausgebildet, der nicht aus einem der H'er stammte. F'r die Diebe war es allerdings ein schlechtes Gesch'. Ich war nicht in der Lage, meine Kr'e so weit zu kontrollieren, dass sie von irgendwelchem Nutzen gewesen w'n. Obwohl ihre Zugeh'rigkeit zur Gilde manchen immer noch ein Dorn im Auge war, wurde sie auch nicht l'er als die Au'nseiterin betrachtet, die Lord Ferguns Ruin verschuldet hatte. Nun, sie hatte ihn schlie'ich nicht dazu gezwungen, Cery einzusperren und mit seiner Ermordung zu drohen, um sie zu erpressen, auf seine Pl' einzugehen. Er hatte seinerzeit die Gilde davon 'berzeugen wollen, dass man Menschen niederer Herkunft keine Magie anvertrauen d'rfe, stattdessen aber nur bewiesen, dass auch einige Magier dieser Macht nicht w'rdig waren. Bei dem Gedanken an die vielen Novizen, die ihr soeben im Flur begegnet waren, musste Sonea l'eln. Nach deren vorsichtiger Neugier zu schlie'n, schienen sie bei ihrem Anblick in erster Linie daran zu denken, wie leicht sie ihren Herausforderungskampf gewonnen hatte. Sie fragten sich, wie stark sie noch werden w'rde. Sonea vermutete, dass sogar einige der Lehrer ein wenig Angst vor ihr hatten.
>Vom Fu'der Treppe aus ging sie quer durch die Eingangshalle zu den offenen Toren der Universit' Von der Schwelle aus blickte sie zu dem grauen, zweigeschossigen Bau am Rand des Gartens hin'ber, und ihr L'eln verflog.
Ein Jahr ist seit der Herausforderung vergangen, aber einiges hat sich eben nicht ge'ert.
Obwohl sie den Respekt der Novizen gewonnen hatte, hatte sie immer noch keine wirklichen Freunde, was keineswegs daran lag, dass sie alle Angst vor ihr hatten ' oder vor ihrem Mentor. Seit der Herausforderung hatten einige der Studenten durchaus versucht, sie in ihre Gespr'e einzubeziehen. W'end des Unterrichts oder in den Unterrichtspausen lie'sie sich nur allzu gern darauf ein ' aber sie vermied es, irgendwelche Verabredungen f'r ihre Freizeit zu treffen.
Mit einem Seufzer stieg sie die Stufen vor der Universit'hinab. Jeder, mit dem sie sich befreundete, w' f'r den Hohen Lord ein weiteres Werkzeug, das er gegen sie einsetzen k'nnte. Wenn sich jemals die Gelegenheit fand, der Gilde seine Verbrechen zu offenbaren, w'n alle Menschen, an denen ihr lag, in Gefahr. Es machte wenig Sinn, Akkarin eine noch gr''re Auswahl m'glicher Opfer zu pr'ntieren.
Soneas Gedanken wanderten zur'ck zu der Nacht, in der sie zusammen mit ihrem Freund Cery auf das Gel'e der Gilde vorgedrungen war. Das lag nun 'ber zweieinhalb Jahre zur'ck. Obwohl sie damals geglaubt hatte, die Gilde trachte ihr nach dem Leben, war ihr das Risiko vertretbar erschienen. Damals hatte sie ihre magische Kraft noch nicht kontrollieren k'nnen, so dass sie f'r die Diebe nutzlos gewesen war. Cery hatte gehofft, dass sie vielleicht etwas lernen w'rde, wenn sie die Magier bei deren Ausbildung beobachtete.
Nachdem sie an diesem Abend und in der Nacht bereits Zeugin vieler faszinierender Dinge geworden war, hatte sie sich dem grauen Haus gen'rt, das etwas abseits von den anderen Geb'en lag. Dort hatte sie durch einen L'ftungsschacht gesehen, wie in einem Kellerraum ein schwarz gewandeter Magier ei
nen merkw'rdigen Ritus vollzog '
Der Magier nahm den funkelnden Dolch und sah den Diener an.
'Der Kampf hat mich geschw't. Ich brauche deine Kraft.'
Der Diener kniete nieder und streckte den Arm aus. Der Magier lie'die Klinge 'ber die Haut des Mannes gleiten und dr'ckte dann seine Hand auf die Wunde '
'Dann sp'rte sie eine merkw'rdige Empfindung, als ob Insekten in ihren Ohren flatterten.
Die Erinnerung lie'Sonea fr'steln. Sie hatte damals die Bedeutung dieser Dinge nicht verstanden, und danach war so viel geschehen, dass sie versucht hatte, es zu vergessen. Ihre Kraft war auf so gef'liche Weise angewachsen, dass die Diebe sie an die Gilde ausgeliefert hatten und sie auf diese Art und Weise herausfand, dass die Magier keineswegs ihren Tod wollten. Sie beschlossen vielmehr, sie in die Gilde aufzunehmen. Dann hatte Lord Fergun Cery gefangen genommen und sie erpresst, mit ihm gemeinsame Sache zu machen. Die Pl' des Kriegers waren allerdings fehlgeschlagen, da man Cery in seinem Gef'nis unterhalb der Universit'entdeckte und Sonea einer Wahrheitslesung durch Administrator Lorlen zustimmte, um so Ferguns Erpressungsversuch zu beweisen. Und erst w'end dieser Wahrheitslesung war ihre Erinnerung an den schwarz gewandeten Magier in dem Kellerraum wieder zum Vorschein gekommen. Lorlen hatte den Magier als seinen Freund Akkarin erkannt, den Hohen Lord der Gilde, und er hatte sofort gewusst, dass es sich bei dem verbotenen Ritual um schwarze Magie handelte. Aus Lorlens Gedanken hatte Sonea erfahren, wozu ein schwarzer Magier in der Lage war. Durch den Gebrauch dieser verbotenen Kunst musste Akkarin Kr'e weit 'ber seine nat'rlichen Grenzen hinaus angesammelt haben. Der Hohe Lord war ohnehin schon f'r seine ungew'hnlich gro' Kraft bekannt gewesen, und als schwarzer Magier war er, f'rchtete Lorlen, so stark, dass es nicht einmal der ganzen Gilde mit ihrer vereinten Kraft m'glich sein w'rde, ihn zu besiegen.
Lorlen war daher zu dem Schluss gekommen, dass eine
Auseinandersetzung mit dem Hohen Lord nicht infrage kam. Sein Verbrechen musste so lange ein Geheimnis bleiben, bis ein Weg gefunden werden konnte, Akkarin mit einiger Sicherheit unsch'ich zu machen. Nur Rothen, der Magier, der Soneas Mentor werden sollte, durfte in das Geheimnis eingeweiht werden; wenn er sie unterrichtete, w'rde er wahrscheinlich in ihrem Ged'tnis auf die Erinnerung an Akkarin sto'n und die Wahrheit auf diese Weise ohnehin erfahren.
Bei dem Gedanken an Rothen wurde sie zuerst traurig, dann zornig. Rothen hatte ihr mehr bedeutet als ein Mentor oder Lehrer; er war wie ein Vater f'r sie gewesen. Ohne Rothens Unterst'tzung h'e sie Regins Schikanen vielleicht nicht ertragen. Und als Dank f'r seine M'hen hatte er die Folgen der von Regin in die Welt gesetzten b'sartigen Ger'chte ertragen m'ssen, dass er sich seine Dienste als Mentor im Bett vergelten lie'
Und gerade, als diese Verd'tigungen ein Ende gefunden zu haben schienen, war alles anders geworden. Eines Tages war Akkarin in Rothens Gem'ern aufgetaucht; er hatte herausgefunden, dass sein Geheimnis offenbar geworden war. Er hatte Lorlens Geist einer Lesung unterzogen und wollte das Gleiche nun bei Rothen und Sonea tun. Da sie wussten, dass Akkarin zu m'tig war, um sich gegen ihn wehren zu k'nnen, hatten sie sich gef'gt. Danach war Akkarin im Raum auf und ab gegangen.
'Ihr beide w'rdet mich blo'tellen, wenn ihr k'nntet', sagte er. 'Ich werde verlangen, dass man mich zu Soneas Mentor bestimmt. Sie wird mir Euer Schweigen garantieren. Solange sie mir geh'rt, werdet Ihr niemals irgendjemanden wissen lassen, dass ich schwarze Magie praktiziere.' Er blickte zu Sonea hin'ber. 'Umgekehrt wird Rothens Wohlergehen mir deinen Gehorsam sichern.'
Sonea hatte inzwischen den Pfad zur Residenz des Hohen Lords erreicht. Diese Auseinandersetzung lag schon so lange zur'ck, dass sie das Gef'hl hatte, als sei jemand anders als sie selbst darin verwickelt gewesen, vielleicht sogar nur eine Figur aus eine
r Geschichte, die sie einmal geh'rt hatte. Sie war jetzt seit anderthalb Jahren Akkarins Sch'tzling, und das war keineswegs so schlimm gewesen, wie sie anfangs bef'rchtet hatte. Der Hohe Lord hatte sie weder als Quelle f'r zus'liche Kraft missbraucht noch versucht, sie in seine 'blen Taten zu verwickeln. Abgesehen von den 'ppigen Mahlzeiten, die sie jeden Freitagabend mit ihm einnahm, bekam sie ihn kaum zu Gesicht. Und wenn sie miteinander sprachen, dann nur von ihrer Ausbildung an der Universit'
Ausgenommen diesen einen Abend, dachte sie.
Bei der Erinnerung daran hielt sie inne. Vor vielen Monaten hatte sie bei ihrer R'ckkehr vom Unterricht aus dem Keller unter der Residenz L' und Geschrei geh'rt. Nachdem sie die Stufen in den Keller hinabgestiegen war, hatte sie mit angesehen, wie Akkarin einen Mann mit schwarzer Magie t'tete. Er hatte behauptet, der Mann sei ein sachakanischer Assassine, ein auf ihn angesetzter Meuchelm'rder.
'Warum habt Ihr ihn get'tet?', fragte sie. 'Warum habt Ihr ihn nicht einfach an die Gilde ausgeliefert?'
'Weil er und seinesgleichen, wie du zweifellos erraten haben wirst, viele Dinge 'ber mich wissen, von denen es mir lieber w', dass die Gilde sie nicht erf'hre. Du fragst dich gewiss, wer diese Leute sind, die meinen Tod w'nschen, und welche Gr'nde sie daf'r haben. Ich kann dir nur so viel verraten: Die Sachakaner hassen die Gilde noch immer, aber sie f'rchten uns auch. Von Zeit zu Zeit schicken sie mir einen dieser Leute, um mich auf die Probe zu stellen.'
Sonea wusste so viel 'ber Kyralias Nachbarland wie jeder andere Novize in seinem dritten Ausbildungsjahr. Alle Novizen nahmen den Krieg zwischen dem sachakanischen Reich und den kyralischen Magiern durch. Man brachte ihnen bei, dass die Kyralier den Krieg gewonnen hatten, indem sie sich zur Gilde zusammengeschlossen und ihre magischen Kenntnisse vereint hatten. Sieben Jahrhunderte sp'r war das sachakanische Reich immer noch nicht wiedererstanden, und gro' Teile des L
andes lagen nach wie vor verw'stet da.
Angesichts dieser Tatsache, 'berlegte sie, war es durchaus glaubhaft, dass die Sachakaner die Gilde immer noch hassten. Wahrscheinlich war das auch der Grund, warum Sachaka nicht zu den verb'ndeten L'ern geh'rte. Anders als Kyralia, Elyne, Vin, Lonmar und Lan war Sachaka nicht an die 'ereinkunft gebunden, nach der alle Magier nur durch die Gilde unterrichtet und ihrer Beobachtung unterstellt wurden. M'glicherweise gab es in Sachaka wirklich noch Magier, obwohl Sonea bezweifelte, dass sie gut ausgebildet waren.


Pressestimmen

"Die verschiedenen Charaktere sind wunderschön ausgearbeitet und liebevoll bis ins letzte Detail durchdacht. Die gesamte Trilogie ist ein rundum gelungenes Erstlingswerk."
EAN: 9783442243969
ISBN: 3442243963
Untertitel: Die Meisterin. Originaltitel: Black Magician 3: The High Lord. 'Blanvalet Taschenbücher'.
Verlag: Blanvalet Taschenbuchverl
Erscheinungsdatum: August 2006
Seitenanzahl: 704 Seiten
Übersetzer/Sprecher: Übersetzt von Michaela Link
Format: kartoniert

Durchschnittliche Kundenbewertung

Kundenbewertungen

Papierwenderin - 24.03.2013, 16:14
Die Meisterin
Auch der dritte Band der Gilde der Schwarzen Magier ist spannend und flüssig zu lesen. Eine Inhaltsangabe fällt mir ehrlich gesagt sehr schwer, da ich nichts von den beiden vorangegangen Romanen ausplaudern möchte. Ich würde empfehlen alle 3 Teile der Magiergilde zu lesen, aber es ist kein muss, denn auch in ¿Die Meisterin¿ werden die relevanten Dinge nochmals geschildert und der Leser erfährt was er wissen muss. Ich bin immer noch total berauscht von den Charakteren, ich habe sie nun 6 Tage (3 Bücher) lang begleitet und habe mit ihnen gelitten, gelacht und mitgefiebert und es ist doch recht viel passiert. Personen, die ich ins Herz geschlossen habe, haben sich verändert; viele Fragen blieben offen, die mich wahrscheinlich noch quälen werden bis ich auch die anderen Bücher um Sonea gelesen habe und auch die Schauplätze der Geschichte haben sich in meinem Kopf eingebrannt. Daher kann ich neben der Geschichte auch wirklich den Schreibstil von Trudi Canavan nur immer wieder loben! Fazit: Ich gebe für dieses Buch ganz liebe 4 Sterne. Leider waren mir einige Szenen im Buch etwas zu lang und ich musste mich dann doch quälen diese zu lesen ¿ ein bisschen kürzen und ich wäre rund um zufrieden gewesen. Gefallen hat mir das Buch natürlich trotzdem!
Mirko Suchsland - 18.07.2011, 10:58
--
Meiner meinung nach der Spannenste und nervenaufreibenste teil den es in der Trilogie gibt. Mit packenden wendungen und einer Mitfühlenden Story. Das ende der eigendlichen Trilogie das epischste finale das ich seit langem gelesen habe! Und natürlich erhoffe ich mir von der neuen Saga rund um Sonea und Sohn eine genau so bleibende Spannung!
=) - 12.12.2009, 12:22
Akkarin hätte nicht sterben müssen
Meiner Meinung nach ist das dritte Buch das Beste. Dennoch finde ich den Schluss traurig und etwas unlogisch, denn Sonea hätte die Energie, die in der Arena war, abziehen können, anstatt das letzte bischen von Akkarin. Immerhin haben Magier über Jahrhunderte lang ihre Energie dazugegeben. Das Fazit: Akkarin hätte nicht sterben müssen und das noch ungeborene Kind wäre mit einem Vater aufgewachsen. Da hat die Autoin ein wenig gepfuscht. Ansonsten ist die Triologie jedem Fantasy-Leser dringendst zu empfehlen.
Holz Klaus - 25.06.2009, 18:07
Das Finale
Das Finale der 3 bändigen Reihe ist sehr spannend und auch stellenweise überraschend. Manchmal hatte ich den Eindruck, daß die Autorin ihre Geschichte dann doch anders geschrieben hat, als ursprünglich geplant. (ich glaube irgend jemand hat ihr geraten, das ganze nicht zu düster werden zu lassen) Das tut der Sache jedoch keinen Abbruch. Empfehlenswerter und kurzweiliger Abschluß einer interressanten Reihe.
Anonym - 02.06.2009, 17:15
Spitze Buch!!!!!!
Das müst ihr lesen! Absolute Spannung!
stelli - 06.11.2008, 15:58
Ein super toller Abschluss der Triologie
Mir haben die ersten zwei Bände der Triologie schon super gut gefallen und der dritte Band ist wirklich ein super Abschluss für die Triologie! ich finde die Geschichte die sich zwischen Akkarin und Sonea entwickelt ist sehr gefühlvoll und ich musste beim Tod Akkarins auch ein paar Tränen vergießen! das Buch ist nur empfehlenswert und man sollte es einfach mal lesen!=)
Nils - 27.10.2007, 23:01
-
Ein sehr gelungener Abschluss der Triologie! Obwohl die ersten 300Seiten des ersten Buches langweilig waren. Aber wenn man sich erstmal durchgelesen hat wirds sehr gut! Gruß an alle Canavan-Fans
Buchfreak - 25.07.2007, 18:52
Ein grandioser Abschluss.
Also auch beim dritten Teil wird man nicht enttäuscht. Ein toller Aschluss dieser Trilogie. Allerdings finde ich das Ende des Buches nicht unbedingt zufriedenstellend. Aber ich würd sagen überzeugt euch selber.