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Der Prozess


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gebunden
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Januar 2006

Beschreibung

Beschreibung

Grundlos wird Josef K. an seinem 30. Geburtstag verhaftet und verhört. Die Umstände sind grotesk, niemand kennt das Gesetz, und das Gericht bleibt anonym. Die 'Schuld', erfährt Josef K., haftet ihm an, ohne dass er dagegen etwas tun könnte. Verbissen, aber erfolglos versucht er, sich gegen die zunehmende Absurdität und Verstrickung zu wehren, schlägt jede Warnung vor weiterer Gegenwehr in den Wind und wird schließlich ein Jahr später vor den Toren der Stadt exekutiert. Franz Kafka hat mit diesem Roman ein Jahrhundertwerk geschaffen, das auf beispielhafte Weise die wesentlichen Existenzfragen des modernen Menschen neu formuliert.

Innenansichten

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Portrait

Franz Kafka wurde am 3. Juli 1883 als Sohn jüdischer Eltern in Prag geboren. Nach einem Jurastudium, das er 1906 mit der Promotion abschloss, trat Kafka 1908 in die "Arbeiter-Unfall-Versicherungs-Anstalt" ein, deren Beamter er bis zu seiner frühzeitigen Pensionierung im Jahr 1922 blieb. Im Spätsommer 1917 erlitt Franz Kafka einen Blutsturz; es war der Ausbruch der Tuberkulose, an deren Folgen er am 3. Juni 1924, noch nicht 41 Jahre alt, starb.
EAN: 9783938484777
ISBN: 3938484772
Verlag: Anaconda Verlag
Erscheinungsdatum: Januar 2006
Seitenanzahl: 208 Seiten
Format: gebunden

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Kundenbewertungen

Tilman Schneider, dfbz.de - 08.02.2012, 11:38
beklemmend
Josef K. wird in seiner Wohnung von Polizisten besucht. Eien Befragung findet statt und der Angestellte merkt, dass ihm seine Worte schon hier verdreht werden. Was hat es auf sich? Was wirft man ihm denn überhaupt vor? Ein Alptraum beginnt und Josef K. befindet sich in einem Strudel der Ereignisse und weiß bald nicht mehr, wem er trauen kann. Meisterstück.
Hartmut Zimmer - 16.10.2010, 19:37
Macht oder Freiheit
Schuldig ist in den Augen der Macht, wer Widerstand leistet, wer auch nur zu widersprechen wagt, ja schon, wer sich nicht unauffällig und stromlinienförmig genug bewegt. Denn der Macht kommt es auf die Durchsetzung ihrer selbst, auf die Exekution von Abhängigkeiten an. Nur das scheint ihr innerer Zweck zu sein.-- Sie sucht sich dann das Passende unter den formellen Regeln und Gesetzen heraus, um es für ihre Zwecke schonungslos einzusetzen. Möglichst Vieles hält sie verdeckt und im Dunkeln: so zum Beispiel die Ursache und den Auslöser des Gerichtsprozesses; das die Macht Störende ¿vielleicht gar nicht Justiziable- nicht benennend; keinerlei Anklagepunkte gegenüber dem Angeklagten offenlegend und nichts über das weitere Verfahren verlauten lassend.-- Der Drahtzieher des unsäglichen Vorgehens -und womöglich Richter in einer Person- bleibt dem Angeklagten unbekannt. Jedes offene Visier wird vermieden, während ausschließlich aus dem Hinterhalt operiert wird. So lässt sich ein Angeklagter doch zweifellos am Leichtesten in einer umfassenden Hilflosigkeit halten. So scheint er der Willkür am Optimalsten ausgeliefert.-- Und was bedeutet schon Rechtssicherheit und was beinhaltet sie überhaupt? Was heißt schon Moral? Auch darauf gibt es eine einfache Antwort: Ein einheitliches Recht oder eine einheitliche Moral, auf die sich der Angeklagte stützen und berufen könnte, existieren einfach nicht.-- Macht und Freiheit stehen einander unversöhnlich gegenüber. Der höhere Wert, so Kafka, kommt aber unzweifelhaft der Freiheit zu.-- Wie im richtigen Leben eben¿ Kafka beschreibt die Zustände und die Menschen wohl so, wie sie eben sind.-- Werden da etwa Erinnerungen an Spitzelwesen und Korruption in bekannten, großen Organisationen wach, an das Meucheln von Missliebigen, die unter banalsten, ja lächerlichsten Vorwänden entfernt, ausgestoßen, ¿exekutiert¿ werden, an gedungene, graue Handlanger, die sich bedenkenlos in den Dienst ihrer ¿Brötchengeber¿ stellen?-- Nur die Spitzen der Eisgebirge scheinen zur öffentlichen Besichtigung freigelegt.
Polar - 06.06.2008, 17:14
Unter dem Gesetz
Nicht nur wer einmal vor Gericht erleben mußte, wie sein Gerechtigkeitssinn davon abhängt, ob ein Richter denselben empfindet und aus dem Gesetz herauszufiltern versteht, wird in Der Prozeß von Franz Kafka ein Stück Realität entdecken. Hilflos ist K seinen Richtern ausgeliefert, deren Bemächtigung im Dunklen bleibt. Vor allem sucht er den Grund zu ermitteln, weswegen er angeklagt wird, und muss je tiefer er in die Maschinerie vordringt, feststellen, dass diese vor allem um ihrer selbst Willen besteht. Die Handlung mit einer Parabel abzuschmettern, die viele sie vor allem im Gleichnis beim Torwächter gegen Ende der Handlung entdecken, drängt Kafka in die Ecke des Klassikers ab. Wohl analysiert, mit Deutungen behaftet und unschädlich gemacht. Dem Prozeß gelingt es, jedoch hochaktuell zu bleiben. Sei es als Beschreibung eines totalitären Systems, sei es in der religiösen Auseinandersetzung mit Schuld und Sühne, sei es als absurdes Spiel, als existentialistisches Nichts, fast jede geistige Strömung, Philosophie ist an dem Text haftbar gemacht worden. Der Leser wird sich in dem Labyrinth zurechtfinden, wenn er sich selbst darin spiegelt, eigene Erfahrungen einbringt, sie zulässt. Die Angst, die Enge, die Hilflosigkeit ist schleichend. Was Allgemeingültig dargestellt erscheint, erlaubt den direkten Zugriff auf Fragen, die die Menschheit sich sowieso stellt: Wieso bin ich auf der Welt? Um Gesetze zu befolgen, um sie zu missachten, um mich bestrafen, aburteilen zu lassen? Was geschieht mit mir, wenn ich zwischen die Räder falle? Kafka bietet uns einen faszinierenden Einblick in K¿s Innenleben. Wer das Buch liest oder hört, bleibt nicht unbeschadet zurück.