EBOOK

Der Fundamentalist, der keiner sein wollte


€ 17,95
 
gebunden
Noch nicht erschienen
April 2016

Beschreibung

Beschreibung

Ein Roman von großer Sprengkraft - aufrüttelnd, provozierend und mit einem unwiderstehlichen Sog.

Lahore. In einem Café sitzen sich ein mitteilsamer Pakistani und ein zurückhaltender Amerikaner gegenüber. Als langsam die Nacht über die Stadt hereinbricht, enthüllt der Pakistani immer mehr Details seiner Lebensgeschichte, und allmählich ahnt man das Drama, das sich zwischen den beiden Männern anbahnt.

Der Pakistani Changez erzählt, wie er als junger, ehrgeiziger Gaststudent nach Princeton kommt und wie er den "amerikanischen Traum" par excellence erlebt. Als Vorzeigestudent wird er nach seinem Abschluss sofort von einer Elite-Firma engagiert. Er stürzt sich ins pulsierende Leben New Yorks, erhält durch seine reiche Freundin Erica Zugang zu Manhattans High Society und wähnt sich auf der Seite der Gewinner. Aber nach dem 11. September fällt der Traum vom unaufhaltsamen Aufstieg langsam in sich zusammen. Plötzlich erscheint Changez die Bindung an seine Heimat stärker als Geld, Macht und Erfolg. - All dies erzählt der Pakistani dem einsilbigen Amerikaner, dessen Motivation an dem Gespräch im Dunkeln bleibt. Allein im Spiegel des Erzählers zeichnet sich ab, dass der grausame Höhepunkt der Geschichte kurz bevorsteht.

"Ein brillantes Buch."
Kiran Desai,
Booker Preisträgerin 2006

Portrait

Mohsin Hamid, geboren 1971, wuchs in Lahore, Pakistan, auf, studierte Jura in Princeton und Harvard und arbeitete in New York. Für seinen ersten Roman "Nachtschmetterlinge" erhielt er den Betty-Trask-Preis, sein Debüt wurde außerdem für den PEN/Hemingway Award nominiert und von der New York Times auf die Liste der bedeutendsten Bücher des Jahres 2000 gewählt. Hamid schreibt u. a. für Time, Guardian und New York Times. Er lebt in London. Mehr Informationen unter: www.mohsinhamid.com
EAN: 9783455400472
ISBN: 3455400477
Untertitel: Originaltitel: The reluctant fundamentalist.
Verlag: Hoffmann u Campe Vlg GmbH
Erscheinungsdatum: April 2016
Seitenanzahl: 192 Seiten
Übersetzer/Sprecher: Übersetzt von Eike Schönfeld
Format: gebunden

Durchschnittliche Kundenbewertung

Kundenbewertungen

Sebastian Ottmann (literatursofa.info) - 11.08.2007, 00:02
ein gutes und wichtiges Buch
Das komplette Werk ist in einem Monolog geschrieben und das macht das Buch so lesenswert. Moshin Hamid zaubert hier eine große Prosa! Leicht zu lesen, interessant geschrieben, so das man immer mit dabei sein möchte und ab einem bestimmten Zeitpunkt denkt man sitzt selbst in dem Café in Pakistan und bekommt alles live mit. Das verlorene Vertrauen zwischen dem Orient und dem Westen wird in diesem Buch dargestellt. Und auch dies ist ein Grund warum man dieses Buch gerade verschlingen möchte. In manchen Erzählungen findet man sich wieder aus seinem eigenen Alltag heraus, z.B. als Changez erzählt wie er nach dem 11. September komisch angeschaut wird als er in ein Flugzeug steigt. Immer wieder findet man auch Spitzfindigkeiten gegen Amerika und vor allem gegen die amerikanische Politik nach den Terroranschlägen. Moshin Hamid schnappt mit diesem Buch einen Teil der Realität zwischen verschiedenen Nationen in unserem heutigen Jahrhundert auf und schafft es, dies geschickt zu verpacken. Da kann man nur empfehlen: kaufen sie dieses Buch, nehmen sie sich einen Abend Zeit und lassen sie die Geschichte von Changez erzählen, sie werden beeindruckt sein.
Claudine Borries - 27.04.2007, 21:15
Weltensicht aus zweierlei Perspektiven
Wie soll man sich das Zusammentreffen eines Amerikaners in Lahore, Pakistan, mit einem Pakistani vorstellen? Es ist ein nicht ungefährliches Unterfangen, als Amerikaner alleine da herum zu reisen. Auf einem Platz in der Altstadt von Lahore begegnen sich die beiden ganz zufällig. Changez, der Pakistani, ist ein freundlicher, zuvorkommender und gebildeter Mann. Er spricht den Fremden, offensichtlich ein amerikanischer Geschäftsmann, höflich an und versucht, ihm behilflich zu sein bei der Suche nach einem ruhigen Platz, wo man gemächlich eine Tasse Tee zu sich nehmen kann. Man kommt ins Gespräch, aber eigentlich spricht Changez die ganze Zeit. Er erzählt von seinem Studium in Amerika und von seiner einstmals reichen, jetzt eher verarmten Familie in Lahore. Er hat mit einem Stipendium in Princeton studiert, hat das amerikanische Leben mit seinem neureichen Überschwang erlebt und sich in eine reiche Amerikanerin verliebt. Darüber ist ihm die Vergangenheit mit der alten Kultur und Würde in seiner Familie fast ein wenig in Vergessenheit geraten. Seine Erzählungen aus der Kindheit erscheinen wie ein fernes Märchen. Nach dem Studium ist er nach einem strengen Auswahlverfahren von einer äußerst elitären und anspruchsvollen Firma eingestellt worden, als einer von wenigen seiner Mitkommilitonen. Es geht ihm so gesehen gut. Er hat es weit gebracht und man könnte ihn als assimiliert bezeichnen. Dann kam der Überfall auf das WTC am 11. September 2001! Die Welt verändert sich und zugleich das Leben von Changez. Man darf auf seine Entwicklung gespannt sein! M.Hamid hat eine ausgefeilte, ästhetische und poetische Sprache, die seinen literaturbegeisterten Leser einfach mit nimmt in seine Welt. In dem unaufhaltbaren Redefluss des Helden zeigt sich eine feine Beobachtungsgabe für die Charaktere seiner Protagonisten. Das Leben in Lahore und das Leben in New York werden atmosphärisch so einprägsam beschrieben, dass man sich fragt, wie man im Wechsel zwischen diesen beiden Welten leben kann. Hamids Gedanken sind von tiefenpsychologischer Klarheit, großer Ehrlichkeit in den dargestellten Gefühlswelten und sie sind hoch politisch.
Tilman Schneider - 17.03.2007, 12:28
wichtig
Alles beginnt in Lahore in einem kleinen Cafe. Ein Pakistani und ein Amerikaner treffen sich und beginnen eine Unterhaltung, besser gesagt der Pakistani beginnt zu erzählen und der Andere hört nur zu. Changez berichtet, wie er als junger Mann nach Princeton kam um zu studieren. Schnell war er einer der besten und mit seiner New Yorker Freundin Erica bekam er Zutritt in die Highsociety. Er bekam einen super Job und alles lief nach Plan, Changez lebte den amerikanischen Traum. Doch dann kam der 11.September und alles veränderte sich. Nicht nur das seine Mitmenschen ihm gegenüber mißtrauisch wurden und auf seinen Bart starrten, nein, er hinterfragte die Aktionen der Amerikaner und bekamm plötzlich ein starkes Heimatgefühl und das Bedürfnis für seine Leute da zu sein. Ab diesem Punkt seiner Erzählungen wird der Amerikaner immer angespannter und auch zwischen den beiden Männern scheint sich alles zu verändern. Ein schmales aber umso wichtigeres Buch. Dieses Buch wird zu kontroversen führen und es bringt einem zum nachdenken und überdenken.