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Ethnizität ohne Gruppen


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gebunden
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August 2007

Beschreibung

Beschreibung

Worüber sprechen wir und was untersuchen wir, wenn von 'Ethnien' oder 'Nationen' die Rede ist? Nach der kulturalistischen Wende in den Sozialwissenschaften hat man Ethnie und Nation zwar als 'vorgestellte Gemeinschaften' dekonstruiert, allerdings keineswegs gebändigt. Die soziale Wirksamkeit von Ethnie, Nation und anderer Gruppenidentitäten ist ungebrochen. Journalisten, Politiker und Wissenschaftler schildern ethnische, rassische und nationale Konflikte regelmäßig als Kämpfe zwischen intern homogenen und extern abgegrenzten ethnischen Gruppen, Rassen und Nationen. Damit übernehmen sie unbedacht die Sprache der Teilnehmer in solchen Kämpfen und tragen zur Verdinglichung von ethnischen Gruppen bei.
Rogers Brubaker, der sich mit seinem Buch über 'Staats-Bürger' in Deutschland und Frankreich einen Namen gemacht hat, beschränkt sich nicht auf den Hinweis, dass ethnische Gruppen soziale Konstruktionen sind. Er zeigt, dass Ethnien oder andere gesellschaftliche Gruppen gedacht und gemacht sind, wie und wann dies geschieht und vor allem, wann und warum dies erfolgreich ist oder auch nicht.
Brubaker kritisiert einerseits eine volkstümliche Soziologie, die dem Gruppismus verfallen ist und das zum Mittel zur Erklärung der sozialen Welt bemüht, was selbst erklärt werden muss. Andererseits fordert er die konstruktivistische Soziologie auf, von der kognitiven Psychologie und der Ethnologie zu lernen, indem sie Ethnizität als ein kognitives Phänomen begreift, als eine Weise, die Welt zu sehen und zu deuten. Eine Soziologie jenseits des Gruppismus würde dann nicht mehr fragen 'Was ist eine Ethnie?', sondern 'Wie, wann und warum wird ethnisierend gedeutet?'.
Brubaker leistet eine klare, scharfsinnige Begriffsarbeit mit dem Ziel, Handlungsspielräume zu erweitern, und demonstriert seine Kritik des Gruppismus anhand verschiedener brennender aktueller Probleme wie ethnischer Gewalt, der Krise des Multikulturalismus, dem Umgang mit Geschichte oder dem Verhältnis von staatsbürgerlichem und ethnischem Nationalismus.

'>Ethnicity without Groups< ist ein eindrucksvolles Buch, dass mit Sicherheit ein wesentlicher Bezugspunkt für die Literatur zu Ethnizität, Nationalismus und, so möchte man hoffen, Rasse darstellen wird. Es ist wunderbar unkonventionell, originell in der Argumentation und energisch geschrieben.'
Christian Joppke, International University Bremen

Inhaltsverzeichnis

Einleitung
1 Ethnizität ohne Gruppen
2 Jenseits der "Identität"
3 Ethnizität als Kognition
4 Ethnische und nationalistische Gewalt
5 Die Rückkehr der Assimilation?
6 "Staatsbürgerlicher" und "ethnischer" Nationalismus
7 Ethnizität, Migration und Staatlichkeit in Europa nach dem Kalten Krieg
8 1848 im Jahre 1998: Die Politik des Gedenkens in Ungarn, Rumänien und der Slowakei
Literatur
Dank
Register


Portrait

Rogers Brubaker, Professor für Soziologie an der University of California, Los Angeles.
EAN: 9783936096842
ISBN: 3936096848
Untertitel: Originaltitel: Ethnicity without Groups.
Verlag: Hamburger Edition
Erscheinungsdatum: August 2007
Seitenanzahl: 343 Seiten
Übersetzer/Sprecher: Übersetzt von Gabriele Gockel, Sonja Schuhmacher
Format: gebunden
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