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Exit Ghost


€ 19,90
 
gebunden
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Februar 2008

Beschreibung

Beschreibung

Nathan Zuckerman, Roths langjähriger Held und vielleicht sein Alter Ego, kehrt nach New York zurück, um dann für immer abzutreten. Er trifft in Manhattan ein junges Paar, das nach dem 11. September der Stadt entfliehen will, und bietet ihnen einen Wohnungstausch an - nicht ohne Hintergedanken. Ihn fasziniert Jamie, die junge Frau, und ihn überfallen Gefühle, die er längst überwunden glaubte. Durch sie lernt er einen Mann kennen, der die Biographie des vom jungen Zuckerman verehrten Schriftstellers Lonoff schreiben möchte. Auf einmal ist Zuckerman so involviert, wie er es nie mehr sein wollte. Liebe, Trauer, Begehren und Ressentiment, alles ist wieder da.

Portrait

Philip Roth wurde 1933 in Newark, New Jersey, geboren. Für sein Werk wurde er mit allen bedeutenden amerikanischen Literaturpreisen ausgezeichnet. Im Jahre 2001 erhielt er die höchste Auszeichnung der American Academy of Arts and Letters, die Goldmedaille für Belletristik, die alle sechs Jahre für das Gesamtwerk eines Autors verliehen wird. 2006 wurde Philiph Roth mit dem Pen/Nabokov-Preis ausgezeichnet und 2007 erhielt er den Saul-Bellow-Preis des Schriftsteller-Verbands.

Pressestimmen

"Nur wenige Schriftsteller verstehen sich so hervorragend auf das Spiel mit Autobiografie und Autofiktion wie er, nur wenige vermögen so abgründig humorvoll und so päzise über Egomanie und Gegenwart, über Persönliches und das Geheimnis der menschlichen Existenz an sich zu schreiben." Sacha Verna, Frankfurter Rundschau, 02.02.08 "Ein nuancenreicher und vielstimmiger Roman. ... 'Exit Ghost' ist vielleicht das erste richtig poetische Buch dieses Meisters der Prosa geworden." Andrea Köhler, Neue Zürcher Zeitung, 05.02.08 "Literatur, die süchtig macht." Britta Bode, Welt am Sonntag, 10.02.08 "Das ist Zuckermans letzter Tanz, bevor er mit Shakespeares Regieanweisung aus 'Hamlet' geht: 'Exit Ghost'. Man wünschte, er könnte wiederkommen und für immer bleiben." Julia Encke, Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 10.02.08 "Ein wunderbarer Roman für alle Literaturversessenen, für alle echten Büchersäufer." Die Welt, 08.03.08
EAN: 9783446230019
ISBN: 3446230017
Untertitel: Roman. Originaltitel: Exit Ghost.
Verlag: Hanser, Carl GmbH + Co.
Erscheinungsdatum: Februar 2008
Seitenanzahl: 304 Seiten
Übersetzer/Sprecher: Übersetzt von Dirk van Gunsteren
Format: gebunden

Durchschnittliche Kundenbewertung

Kundenbewertungen

Polar - 04.03.2008, 18:50
New York
Nathan Zuckermann tritt ab. Solche literarischen Begräbnisse beglücken uns wie im Fall von John Updikes Rabbits Ausscheiden, wenn wir ihrem beschriebenen Leben über die Jahrzehnte gefolgt sind und begierig sind, wie es weitergeht. Autoren fühlen sich nicht selten berufen, ihrem Alter Ego einen würdigen Abschied zu bescheiden, indem sie es nicht den Lesern überlassen, deren Verbleib weiterzuspinnen. Was bei John Updike geglückt ist, erscheint bei Philip Roth wie ein letztes Aufbäumen. Roths Held ist mit einmal zum teilnahmslosen Beobachter ergraut, dessen Liebeswallungen angesichts einer Prostataerkrankung im Keim erstickt zu sein scheint. Er ist brav geworden. Wenn man sich zum Vergleich die Dialogpassagen aus Täuschungen ansieht, wo auch Mann und Frau über Seitensprüngen, Sex, Betrug reden, bemerkt man den Zahn der Zeit, der hemmungslos an Nathan Zuckermann genagt hat. Selbst seine Ausfälle Bush gegenüber legt er lieber Jamie, der jungen Frau in den Mund, die Zuckermanns Beispiel folgen und mitsamt Ehemann aus New York fliehen will, um möglichst wenig von den nächsten Jahren mitzubekommen. Wie auf Freigang bewegt sich Zuckermann bei seiner Rückkehr durch eine ihm fremd gewordene Welt. Wenn ihn noch etwas erregen kann, dann die falsche biographische Darstellung eines verstorbenen Schriftstellerkollegen, den schon lange keiner mehr liest. Dass es dabei auch noch zu einem Generationskonflikt zweier Schriftsteller kommt, wäre vor zwanzig Jahren zu einem Drama angeschwollen. Dies alles ist literarisch auf gewohnt hohem Niveau wiedergegeben, doch fehlt der Biss, der unverfälschte Zorn der frühen Jahre, werden Roths Themen einmal mehr aufgegossen, ohne eine neue Seite zu zeigen. Etwas für Roth-Kenner. Nicht gerade für Einsteiger, die könnten danach womöglich seine Meisterwerke verschmähen.
Tilman Schneider - 08.02.2008, 09:29
klug
Jonathan Zuckerman kehrt nach elf Jahren wieder zurück nach New York. In seinem Haus in den Bergen hat er abgeschaltet, kaum eine Zeitung in die Hand genommen, geschrieben und sich einfach treiben lassen. Seine Prostata Operation ist schon etwas her und er hat sich mit den Unannehmlichkeiten abgefunden. Jetzt stößt er wieder hinein in den Trubel und die Hektik und beschließt spontan mit einem jungen Paar für ein Jahr Wohnung und Haus zu tauschen. Die junge Frau fasziniert ihn und weckt in ihm erotische Phantasien. Als junger Mann verehrte Zuckermann den Schriftsteller Lonoff und nun sucht ihn ein agiler Schreiber auf, der eine Biografie über diesen Schriftsteller verfassen möchte. Weg von der Einsamkeit, mitten hinein in das pulsierende New York. Nicht nur Zuckermann hat sich verändert, sonder auch die große Stadt. 11.September, Bush, technische Neuerungen, dass alles prägt die Menschen und Philip Roth schafft es wieder einmal zu begeistern und mit seiner klugen Sprache zu faszinieren. Womöglich die letzte große Begegnung mit Jonathan Zuckerman.
Claudine Borries - 06.02.2008, 15:30
Ein Leben auf Abruf
Roth gibt seinem letzten Buch über Zuckermann die Züge von Witz und Ironie und lässt ihn sarkastisch und voll rücksichtsloser Selbsteinsicht erscheinen. Nichts wird verleugnet oder beschönigt. Die Wahrheit ist hart, und das nahende Lebensende stets gegenwärtig. Mit einer Mischung aus Wut und Resignation beobachtet Zuckermann seinen Niedergang. Das Treffen mit der alten Freundin, seine Sehnsucht nach der schönen jungen Schriftstellerin und auch die Intrige um den aufdringlichen Biographen zeigen noch einmal in Ansätzen die alte Leidenschaft und Kampfbereitschaft! Philip Roth schreibt unmittelbar und unverfälscht. Uns erscheint Zuckermann als alter Bekannter. Fast möchte man ihn als Freund ansehen! Zwischen den sarkastischen Einlassungen über seinen von körperlichem Verfall gezeichneten Alltag finden sich sanfte und sehr poetische Passagen seines friedlichen und idyllischen Landlebens. Da zeigt sich die wahre Kunst des Poeten Philip Roth: die scharfsinnigen Bebachtungen auch noch der feinsten seelischen Regungen mischen sich mit den sehr handfesten Regeln des städtischen Alltags, mit denen er in New York und im Krankenhaus konfrontiert wird. Die Unruhe der Stadt steht im krassen Gegensatz zu malerischen Landschaft seines ländlichen Domizils mit grünen Hügeln, Sümpfen, Vögeln und kleinen Bächen. Das Buch zeigt in einer lang anhaltenden Reflexion den Weg, den Zuckermann geht. Die Handlung ist vergleichsweise unspektakulär. Roth entlarvt in seinem Roman radikal, dass es ein Ende gibt, dem niemand entkommen wird. Poetisch, mit einsichtigen und ruhigen Gedanken endet der letzte Lebensabschnitt seines Helden. Er ist zwischen Aufruhr, Aufbegehren, Resignation und Frieden angelegt. Damit scheint Roth einen Schlusspunkt unter sein Werk zu setzen. Die Erwartungen seiner Leser hat er noch einmal erfüllt. Zuckermann aber werden wir vermissen!