EBOOK

Unsichtbar


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kartoniert
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Juli 2008

Beschreibung

Beschreibung

Spätestens als ihr zukünftiger Mann Peter sie mit Picassos Bild 'Ma Jolie' vergleicht, hätte Jane Terry hellhörig werden sollen. Doch ihre Erkenntnis, wie gründlich sie in der Falle sitzt, braucht Zeit. Zeit, turbulente Tage und Nächte in Berlin und eine 'Revoltiermanege'.

Portrait

Ivana Jeissing wurde 1958 in Österreich geboren und verbrachte ihre Kindheit in Salzburg und Turin. Sie arbeitete viele Jahre als Regisseurin und Creative Directorin. Ihr erster Roman, >Unsichtbar< (2007), wurde bei der DeLiA-Literaturpreisverleihung 2008 mit dem zweiten Platz ausgezeichnet und in mehrere Sprachen übersetzt. Die Autorin lebt in Berlin.
EAN: 9783257237146
ISBN: 3257237146
Untertitel: 'Diogenes Taschenbücher'.
Verlag: Diogenes Verlag AG
Erscheinungsdatum: Juli 2008
Seitenanzahl: 222 Seiten
Format: kartoniert

Durchschnittliche Kundenbewertung

Kundenbewertungen

Winfried Stanzick - 10.02.2010, 17:28
Ein gelungenes Debüt
"Wenn du ganz unten bist, bist du auf dem Weg nach oben." Dieses nur auf den ersten Blick ermutigende Lebensmotto prägt die junge Jane Terry über eine lange Zeit. Auf einem Kinoplakat hat sie es gelesen und tröstet sich damit eins ums andere Mal. Ihre große Spezialität und Lebenskunst ist es, sich unsichtbar zu machen, eine Fähigkeit, die sie von ihrer Großmutter und ihrer Mutter gelernt hat und die dem Buch seinen Titel gegeben hat. Diese Fähigkeit hilft ihr über eine lange Zeit, ihr Leben zu bewältigen, gegen das sie eigentlich dauernd protestieren und aufstehen müsste. Ihre Eltern, beide HNO-Spezialisten, leben in ihrer eigenen, wissenschaftlichen Welt, wobei die Mutter brav in ihrer Rolle bleibend, dem Vater immer wieder den Vortritt lässt. Jane war als Kind für sie immer nur dann von Interesse, wenn sie Hals-, Nasen- oder Ohrenprobleme hatte: "Ist es da ein Wunder", fragt sich Jane an einer Stelle des Buches, "daß das erste Gefühl, an das ich mich erinnern kann, das Gefühl war, unsichtbar zu sein ? Gleich gefolgt von dem Gefühl, unwichtig zu sein" Jane hat Peter geheiratet, einen in seinem Beruf sehr erfolgreichen, ansonsten aber ziemlich blassen Mann, der sich in Jane verliebt hat, weil ihr Gesicht ihn an Picassos extrem abstraktes Bild ¿Ma Jolie¿ erinnert. Obwohl das wenig schmeichelhaft ist, fühlt Jane sich geehrt und heiratet Peter, ohne allerdings einen einzigen Tag glücklich zu sein. Glück und wirkliche Akzeptanz findet sie bei Fred, einer von Ivana Jeissing wunderbar gezeichneten Figur, ein Mann, der sich im Alter den Jugendtraum eines eigenen Kinos mit Tausenden von alten Filmen erfüllt hat. In den vielen Gesprächen mit ihm tankt Jane auf und langsam, ganz langsam reift in ihr der Entschluß Peter zu verlassen und ein eigenständiges Leben zu führen. Und endlich schreibt sie Peter folgenden kurzen Satz: "Langgehegter Irrtum, mein Misstrauen gegen die Sprache und der Widerstand, den ich als Bild gegen das Betrachtet- und Verstandenwerden hegte, sind passé. Das Kunstwerk hat den längst fälligen Prozeß der Grenzüberschreitung und Horizonterweiterung vollzogen." Als sie danach aus Freds Wohnung wieder nach draußen geht, ist das Plakat, das so lange dort hing, verschwunden und durch ein neues ersetzt. Eine junge Frau sitzt auf einem Ast in einem Baum und sieht lächelnd in die Ferne. Darunter steht: "Wenn du wissen willst, wie ein Apfel schmeckt, musst du den Apfel essen." "Unsichtbar" ist ein absolut gelungenes Romandebüt mit einer witzigen und originellen Sprache und sehr ungewöhnlichen Akteuren. Eine schöne und unterhaltsame Lektüre für einen Nachmittag am Pool. Dort habe ich es gelesen und genossen.
Tilman Schneider - 24.06.2008, 16:42
überhaupt nicht unsichtbar
Jane Terry ist seit ein paar Monaten verheiratet, ihre Karriere als Innenarchitektin ist etwas ins stocken geraten und sie ist, wie es in ihrer Familie schon Tradition ist, unsichtbar. Bereits ihre Großmutter hat ihre eigenen Gedanken, Vorstellungen und Pläne hinten angestellt um den Großvater nicht im Wege zu stehen. Bei ihrer Mutter war es nicht anderst. Nun verkündet Janes Mann, dass sie von London nach Berlin umziehen, weil er dort Partner werden kann. Dort, in einer Stadt wo sie fremd ist lernt sie Fred kennen. Er bestizt ein kleines Kino und er wird Freund, Berater und langsam gelingt es Jane sichtbar zu werden und ihren eigenen Gefühlen und Wünschen Platz zu geben. Ein kleines aber eindringliches Buch über die komische Tragik des Lebens.