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Reise zum Herrn der Macht


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kartoniert
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Februar 2008

Beschreibung

Beschreibung

"Ich sah dich nicht auf meinem Weg. Gibt es da noch einen anderen Pfad?" // "Ein jeder hat seinen Weg, den niemand sonst als nur er beschreitet." // "Und wo befinden sich diese verschiedenen Wege?" // "Sie entstehen durch das Reisen selbst."
Zwei Texte des andalusischen Mystikers Ibn Arabi (1165-1240), des "größten Meisters", die - in Anspielung auf die berühmte "nächtliche Reise" oder Himmelfahrt des Propheten Mohammed - die Umstände und Erfahrungen des völligen Aufgehens in Gott beschreiben. Ibn Arabis Bearbeitung dieses Materials widerspiegelt sowohl seinen besonderen Zugang zum Koran und den Hadithen als auch die ganze Spannweite seiner metaphysisch-theologischen Lehren und seines Interesses an praktischer Spiritualität.
Im engeren Sinn eine Erläuterung von khalwa, einer Sufi-Übung zur Erlangung der Gegenwart Gottes durch absolute Aufgabe der Welt, beschreibt die Reise zum Herrn der Macht den geistigen Aufstieg durch alle Stufen der Existenz bis hin zur Göttlichen Gegenwart. Ibn Arabi ruft den, der den mystischen Weg der Sufis gehen will, dazu auf, sein Herz zu reinigen und eins zu werden mit seiner inneren Essenz.
Mit großer Klarheit und der Überzeugungskraft autobiografischer Passagen schildert Ibn Arabi die Erfahrung seiner eigenen Himmelfahrt auch im Text Meine Reise verlief nur in mir selbst, einer hier erstmals auf Deutsch vorliegenden, kommentierten Übersetzung des Kapitels 367 aus seinen umfangreichen Futuhat al-Makkiyah.


EAN: 9783905272734
ISBN: 3905272733
Untertitel: Meine Reise verlief nur in mir selbst. Paperback.
Verlag: Chalice Verlag, Zürich
Erscheinungsdatum: Februar 2008
Seitenanzahl: 164 Seiten
Format: kartoniert

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Wolfgang Herrmann - 10.06.2008, 11:19
Die Reise zur Wahrheit des eigenen Daseins
Unglücklicherweise hat die englische (Erst)Übersetzerin Rabia Terri Harris dem ersten der beiden in diesem Band vereinigten Texte Ibn Arabis den Titel »Reise zum Herrn der Macht« gegeben. Der eigentliche Titel heißt »Abhandlung über das Licht auf die Geheimnisse, das dem gegeben wird, der sich in die Einsamkeit zurückzieht«. Die Reise führt keineswegs zu einem äußeren Herrn sondern zu innerer Vervollkommnung, und das Eingehen in die Essenz der Göttlichen Einheit - wovon beide Texte handeln - hat mit Macht im gewöhnlichen Sinne nicht das Geringste zu tun. Im Gegenteil, es geht hier um eine Reise, die »auf der Mühsal und den Plagen des Lebens beruht, auf Heimsuchungen und Prüfungen und auf dem Hinnehmen von Gefahren und sehr großem Schrecken«. Da der Text sich an einen bereits Eingeweihten wendet, ist er auf das Äußerste gedrängt abgefasst. Immer wieder liest man bei den einzelnen Etappen den Nebensatz »Wenn du dort nicht stehen bleibst ...«. Nicht jeder, der die Reise unternimmt, kann oder wird sie ganz zu Ende führen. Und was ist das Ende, das Ziel? »Wer die Essenz der Wirklichkeit erkennt, dessen Absicht löst sich auf.« Denn es gibt nichts mehr zu erreichen: »Der Erscheinende Eine ist zwar Einer in Seiner Essenz, aber unendlich in Seinen Aspekten. Diese sind Seine Spuren in uns.« Und das ist die Wahrheit des eigenen Daseins. Dieselbe Quintessenz ergibt sich aus dem zweiten Text - Kapitel 367 aus dem Opus Magnum »Futuhat al-Makkiyah« -, in dem Ibn Arabi auf die sogenannte Himmelsreise des Propheten Mohammed anspielt und seine eigene »Nachtreise zur Wahrheit des Daseins« mit ihr in Beziehung setzt. Damit beschreibt er zugleich den esoterischen Kern von Mohammeds Himmelfahrt. Dieser zweite Text ist äußerst packend und anschaulich geschrieben und mündet am Ende in eine bewegende autobiographische Vision von dem inneren Wissen, das ihm am »Lotusbaum der äußersten Grenze« zuteil wird: »Auf dieser nächtlichen Reise gelangte ich somit zu den inneren Wirklichkeiten ... und ich sah, wie sie alle ... zu Einer Wesenheit zurückkehrten ... und jene Wesenheit war mein Dasein. Denn meine Reise verlief nur in mir selbst ...« Beide Texte sind sehr hilfreich und umfänglich kommentiert. Der erste Kommentar stammt von Abd al-Karim Al-Jili, einem Sufi des ausgehenden 14. Jahrhunderts, der zweite von James W. Morris, einem modernen Arabi-Forscher, der auch die (Erst)Übersetzung ins Englische vorgenommen hat.