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Outsourcing bei Banken


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August 2006

Beschreibung

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Piotr Zmuda entwickelt ein Entscheidungsmodell für das Outsourcing. Er wählt als Ausgangspunkt die präskriptive Entscheidungstheorie, fundiert das Outsourcing über die Neue Institutionenökonomik und stellt eine stringente Anbindung an das strategische Management her. Darauf aufbauend analysiert er die bankbetrieblichen Spezifika, beispielsweise unterschiedliche Zielsysteme und bankenaufsichtsrechtliche Regelungen.

Inhaltsverzeichnis

Outsourcing als Erfahrungsobjekt

Institutionenökonomische Erklärung des Outsourcing

Outsourcing-Entscheidungsproblem aus strategischer Perspektive

Erfassung outsourcender Banken

Spezifische Nebenbedingungen bankbetrieblicher Outsourcing-Entscheidungen

Komponenten des Outsourcing-Entscheidungsmodells von Universalbanken


Portrait

Dr. Piotr Zmuda ist wissenschaftlicher Mitarbeiter von Prof. Dr. Christoph J. Börner am Lehrstuhl für Betriebswirtschaftslehre, insbesondere Finanzdienstleistungen, der Universität Düsseldorf.

Leseprobe

6 Spezifische Nebenbedingungen bankbetrieblicher Outsourcing- Entscheidungen (S. 135-136)

6.1 Implikationen leistungsimmanenter Nebenbedingungen: Leistungs- und Produktionsfaktorspezifika von Universalbanken

6.1.1 Vorüberlegungen


Bei der Spezifizierung einer Universalbank wurde bereits kurz auf deren Leistungsbereiche eingegangen. Universalbanken sind folglich Unternehmen, die Finanzdienstleistungen, vorrangig in Form der Offerte oder Vermittlung von Finanzierungskontrakten, anbieten. Hieraus lässt sich das allgemeine Verständnis einer Bankleistung ableiten: Eine Bankleistung stellt eine Marktleistung dar, die sich auf das Zustandekommen oder den Abschluss von Finanzkontrakten (sowie die Abwicklung von Zahlungen) bezieht.

Eine Bankleistung ist damit eine Finanzdienstleistung. Auf dieser – von der juristischen Auffassung eines Bankgeschäftes abweichenden – Begriffsabgrenzung basierend, lassen sich traditionell unterschiedliche Spezifika von Bankleistungen definieren, die nach dem tradierten Verständnis der Bankbetriebslehre auch eine spezifische Distanz zu den übrigen Branchen konstituieren. Gleichwohl ist darauf hinzuweisen, dass die Besonderheiten einer Bankleistung in der Literatur nicht unumstritten sind. Ohne an dieser Stelle eine detaillierte Betrachtung kritischer Sachverhalte anzustreben, ist zu konstatieren, dass die Diskussion mit der Kontroverse um den Dienstleistungscharakter der Finanzgeschäfte an sich beginnt. Sie ist ein Stück weit auf den noch nicht insgesamt endgültig konsentierten Dienstleistungsbegriff zurückzuführen.

Darüber hinaus weist bereits BÖHNER explizit auf die Tatsache hin, dass bei den Eigenschaften von Bankleistungen nicht immer davon ausgegangen werden darf, dass es sich dabei um ausschließlich bankbetriebliche Sachverhalte hand
elt. Zu vermuten ist hierbei, dass die Tatbestände, die Bankleistungen charakterisieren, in gleicher oder ähnlicher Weise bei der gesamten Gruppe der Dienstleistungen gegeben sind. Vergleichbare Phänomene könnten u.U. auch bei Sachgütern beobachtet werden. , Ungeachtet der derzeitig geführten Theoriediskussion müssen bei einer Outsourcing- Entscheidung von Banken realiter konkrete, aus den Eigenschaften ihrer Marktleistungen und Produktionsfaktoren resultierende Outsourcing-Erfolgskriterien beachtet werden. Obwohl dabei zwischen allgemeinen Dienstleistungsspezifika und den nur bei Bankleistungen auftretenden Besonderheiten unterschieden werden könnte, wird im Folgenden auf eine derartige Klassifizierung verzichtet.

6.1.2 Charakteristika von Bankleistungen

Die Bankleistungen werden durch Immaterialität geprägt. Sie sind folglich stofflos und nicht greifbar, nicht lagerfähig und schwer beschreibbar. Die Immaterialität bezieht sich dabei auf das Leistungsergebnis, nicht aber auf den Leistungserstellungsprozess.468 Die mangelnde Lagerfähigkeit impliziert aufgrund der nur eingeschränkten, leistungsabhängigen Möglichkeit der Trennung zwischen Fertigung und Distribution der Bankleistung die Absetzbarkeit der Leistung im Augenblick ihrer Erstellung. Weil eine Teilleistung vor der Distributionsphase im Bankbetrieb kein distributionsfähiges materielles Objekt darstellt, sind Banken erheblich sensitiver gegenüber den Schwankungen am Absatzmarkt als Unternehmen, die Sachgüter absetzen. Diese wichtige Erkenntnis hat ihre Auswirkung insbesondere während des Prozesses der Leistungserstellung, wenn bei einer verzögerten Leistungserstellung die Gefahr einer Kundenabwanderung immanent wird.

Der Zusammenhang mit Outsourcing wird an dieser Stelle deutlich: Die Notwendigkeit, zur Leistungserstellung benötigte Ressour
cen und Kompetenzen immer verfügbar und abrufbar zu haben, muss bei einer Outsourcing- Entscheidung erkannt und als Erfolgskriterium berücksichtigt werden. Eine Outsourcing- Maßnahme, die eine mangelnde Ressourcenversorgung induziert und folglich zur verzögerten Leistungserstellung führt, wird marktseitig durch Kundenabwanderungen bestraft. Um jedoch langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben, sollte mit Outsourcing eine flexible, eben die Schwankungen am Absatzmarkt berücksichtigende Lösung verfolgt werden. Des Weiteren bestimmt ein – weitgehend auf die Immaterialität zurückführbarer – hoher Integrationsgrad die Besonderheit einer Bankleistung. Dieser zeichnet sich dadurch aus, dass die Kunden aktiv am Bankleistungserstellungsprozess beteiligt werden müssen.


Technik

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EAN: 9783835057203
Untertitel: Eine Analyse des strategischen Entscheidungsproblems. 2006. Auflage. Dateigröße in MByte: 2.
Verlag: Deutscher Universitätsverlag
Erscheinungsdatum: August 2006
Seitenanzahl: xxii353
Format: pdf eBook
Kopierschutz: Adobe DRM
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