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Arbeits- und Sozialpolitik in Polen


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Februar 2008

Beschreibung

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Ist Polen das trojanische Pferd einer deregulierten Arbeitspolitik und einer geringen sozialen Sicherung in der Europäischen Union? Martin Krzywdzinski untersucht mit netzwerkanalytischen Methoden die politischen Entscheidungsprozesse sowie den Wandel der Interessen- und Kräftekonstellation im Politikfeld Arbeit und Soziales in Polen seit 1989.

Inhaltsverzeichnis

Begriffsrahmen: Interessenvermittlung und politische Entscheidung - Akteure im Politikfeld Arbeit und Soziales - Die Entwicklung der Arbeits- und Sozialpolitik in Polen 1989-2005 - Einfluss und politischer Tausch im Politikfeld Arbeit und Soziales

Innenansichten

Portrait

Martin Krzywdzinski ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Wissenschaftszentrum (WZB) Berlin.

Leseprobe

1 Einleitung (S. 13)

1.1 Problem- und Fragestellung

Im Jahre 2007, und damit achtzehn Jahre nach dem endgültigen Zusammenbruch des sozialistischen Regimes, zeichnet sich das politische System in Polen immer noch durch eine erhebliche Instabilität aus. Die sozialdemokratische Regierung, die anfänglich mit einer großen Parlamentsmehrheit ausgestattet zwischen 2001 und 2005 auf die Politik einer begrenzten Deregulierung des Arbeitsrechts und einer Reduktion der Sozialausgaben gesetzt hatte, wurde bei den Wahlen 2005 durch massive Stimmenverluste abgestraft.

Die Sozialdemokraten büßten zwei Drittel ihrer Stimmen ein. Der Präsidentschafts- und Parlamentswahlkampf 2005 wurde von dem katholisch-nationalistischen Lager durch eine geschickte Inszenierung eines Kampfs des solidarischen Polens gegen ein liberales Polen gewonnen. Die neue Regierung beklagt die Zerstörung des Gemeinsinns durch den Kapitalismus und fordert eine Stärkung des Nationalgefühls, traditioneller Wertvorstellungen und der staatlichen Macht.

Wie ihre Vorgänger wird aber auch die gegenwärtige politische Konstellation wahrscheinlich eine kurze Halbwertszeit haben. Es sind diese regelmäßigen Umbrüche der Kräfteverhältnisse und politischen Strategien, die zu sehr unterschiedlichen Beschreibungen der Entwicklung der polnischen Gesellschaft führen. Während westeuropäische Beobachter immer wieder ein neoliberal geprägtes Polen wahrnehmen und eine weitgehende Ohnmacht der Gewerkschaften diagnostizieren, dominierte in den polnischen Medien der 1990er Jahre die Wahrnehmung eines starken Einflusses der Gewerkschaften auf den Transformationsprozess, bis hin zur Kritik an der Gewerkschaftokratie (Zwi zkokracja).

Während manche westeuropäischen Autoren Polen als trojanisches Pferd eines amerikanischen Gesellschaftsmodells (Meardi 2002) bezeichnen, illustriert der Wahlkampf 2005 die starke Verankerung eines katholisch geprägten Ge
sellschaftsbildes nicht nur in Gewerkschaften, sondern auch bei der politischen Rechten. Die vorliegende Arbeit ordnet sich in Diskussionen über die Entwicklung der politischen Kräfteverhältnisse und des Gesellschaftsmodells in Polen mit einer empirischen Analyse des Politikfelds Arbeit und Soziales in den Jahren 1989-2005 ein, wobei der Schwerpunkt der Untersuchung auf zwei Legislaturperioden in den Jahren 1993-1997 und 1997-2001 liegt.

Die Politikfeldanalyse konzentriert sich auf die Funktionsweise der Interessenvermittlung, im Vordergrund stehen dabei drei Fragenbereiche: Durch welche Interessen- und Kräftekonstellationen war das Politikfeld gekennzeichnet? Wie stark war der Einfluss verschiedener Akteure und Akteursgruppen wie Regierung, Parteien, Gewerkschaften oder Wirtschaftsverbände auf die Entscheidungsprozesse? Wie kann das Interessenvermittlungssystem im Politikfeld charakterisiert werden?

Inwieweit spiegelte die Interessen- und Kräftekonstellation im Politikfeld grundlegende sozioökonomische Interessenkonflikte wider? Wie wirkten sich Prozesse der Selektion und Formierung sozioökonomischer Interessen durch die Politikfeldorganisationen auf die im politischen Entscheidungsprozess repräsentierten Interessen und Forderungen aus?

Wie kann die Arbeits- und Sozialpolitik in Polen als das Resultat der Interessenvermittlungs- und Entscheidungsprozesse charakterisiert werden? Welche der verschiedenen worlds of welfare capitalism entsteht in Polen? Gegenüber dem Forschungs- und Diskussionsstand präsentiert die vorliegende Arbeit neue empirische Ergebnisse und setzt neue Akzente bei der Interpretation der politischen Entwicklung in Polen.

Eine systematische empirische Analyse der Interessenvermittlung auf der Ebene von Politikfeldern gibt es bisher für den Fall Polen und nach Kenntnis des Autors auch für andere mittelosteuropäische Länder nicht, existierende Arbeiten mit einer verwandten Fragestellung konzentrieren sich entweder auf die
Analyse einzelner Policies oder beruhen auf anekdotischem empirischem Material.

Einen eigenen Akzent gegenüber dem üblichen Muster der Politikfeldanalyse setzt die vorliegende Untersuchung durch einen Fokus auf die Frage nach Einfluss von Akteuren und nach politischen Kräfteverhältnissen. Auf der Grundlage netzwerkanalytischer Methoden werden quantitative Indikatoren genutzt, mit denen der Einfluss von Akteuren untereinander und in der Gegenüberstellung der Legislaturperioden verglichen werden kann.

Pressestimmen

"[...] [es] gelingt dem Autor nicht nur, die Interessenlagen der einzelnen Akteure zu erfassen, sondern ebenso die Interaktionen sowohl innerhalb einzelner Organisationen als auch zwischen den Politikfeldakteuren zu erforschen. Damit leistet Krzywdzinski einen differenzierten Beitrag zum tieferen Verständnis der internen Funktionsweise von Politikfeldern." www.zpol.de (Zeitschrift für Politikwissenschaft), 09.05.2008

Technik

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EAN: 9783531908342
Untertitel: Interessenvermittlung und politischer Tausch in einem umkämpften Politikfeld. 2008. Auflage. eBook. Dateigröße in MByte: 2.
Verlag: VS Verlag für Sozialwissenschaften
Erscheinungsdatum: Februar 2008
Seitenanzahl: x314
Format: pdf eBook
Kopierschutz: Adobe DRM
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