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Genderkompetenz in der Sozialen Arbeit


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Mai 2008

Beschreibung

Beschreibung

Genderkompetenz ist auch in der Sozialen Arbeit ein zentrales Professionalitätsmerkmal, was vor allem im Kontext der Institutionalisierung der Gender Mainstreaming-Strategie offensichtlich geworden ist. Genderkompetenz sensibilisiert für Geschlechterverhältnisse und ihre Wirkungen im Alltag. Gerade in der Sozialen Arbeit wird dadurch erkennbar, wie geschlechterstrukturelle Bedingungen Lebenschancen und -entwürfe bestimmen. Der Erwerb von Genderkompetenz findet auf der wissenschaftlichen, der individuellen und biographischen Ebene sowie auf der Handlungsebene statt. Ziel der Vermittlung von Genderkompetenz in der Sozialen Arbeit ist dabei die Qualifizierung für den professionellen geschlechtsbewussten Umgang mit Adressaten, Adressatinnen und Institutionen. In dem Band werden einerseits die Grundlagen der Thematik vermittelt und andererseits praxisbezogene Detailaspekte analysiert.

Inhaltsverzeichnis

Gender Mainstreaming - Geschlechterverhältnisse in der Sozialen Arbeit - Genderkompetenz als Selbstreflexionskompetenz - Genderkompetenz und Geschlechterpädagogik - Genderkompetenz und Gendertrainings - Genderkompetenz in Handlungsfeldern der Sozialen Arbeit: in der Kinder- und Jugendhilfe, in der Jugendsozialarbeit, im Kontext von Familie, im Gesundheitswesen - Gender und Migration

Innenansichten

Portrait

Dr. Karin Böllert ist Professorin am Institut für Erziehungswissenschaft der Universität Münster.Dipl.-Päd. Silke Karsunky ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Erziehungswissenschaft der Universität Münster.

Leseprobe

Heute schon gegendert?" Gender Mainstreaming als Herausforderung für die Soziale Arbeit (S. 19)

Barbara Stiegler

1. Das Konzept Gender Mainstreaming

Gender Mainstreaming ist eine geschlechterpolitische Strategie, die aus den Erfahrungen der Frauen mit der internationalen Entwicklungspolitik entstand und die Frauen von der Position der Bittstellerinnen, die an ihre Regierungen Forderungen stellen, befreit. Bereits in den 80er Jahren haben Frauen gefordert, dass die großen entwicklungspolitischen Akteure, wie die Weltbank und die Vereinten Nationen, geschlechtersensible Konzepte in ihren Entwicklungsprogrammen einsetzen.

Zum einen setzten sie mit dem Gender Budgeting der neoliberalen Strukturpolitik und insbesondere den Strukturanpassungsmaßnahmen ein vielfältiges analytisches Methodenset entgegen (vgl. Budlender u.a. 1998). Zum anderen konnten sie durch die Verankerung von Gender Mainstreaming in dem Abschlussdokument der Weltfrauenkonferenz 1995 erstmals die Regierungen verpflichten, die frauenpolitische Agenda auch in einer bestimmten Weise umzusetzen.

Auf europäischer Ebene wurde das Gender Mainstreaming Prinzip in den Amsterdamer Vertrag 1997 aufgenommen. Damit verpflichten sich alle Staaten der Europäischen Union, dieses Prinzip bei ihrer Politik anzuwenden. Der Europarat (1998) gibt dazu folgende Definition: Gender Mainstreaming besteht in der (Re-)Organisation, Verbesserung, Entwicklung und Evaluation von Entscheidungsprozessen mit dem Ziel, dass die an politischer Gestaltung beteiligten Akteure und Akteurinnen den Blickwinkel der Gleichstellung zwischen Frauen und Männern in allen Bereichen und auf allen Ebenen einnehmen."

Gender" bezeichnet den sozial und politisch gestalteten und gestaltbaren Aspekt von Geschlecht. Durch den Gebrauch der Kategorie Gender" wird anerkannt, dass alle politischen, ökonomischen, sozialen und kulturellen Strukturen die Handlu
ngsmöglichkeiten von Männern und Frauen beeinflussen. Gender Mainstreaming ist ein Prinzip zur Veränderung von Entscheidungsprozessen, ein konzeptionelles Instrument.

Es ist eine systematisierende Verfahrensweise, die innerhalb der Entscheidungsprozesse von Organisationen von oben nach unten (Top down) implementiert, aber von unten nach oben (Bottom up) vollzogen wird. Die Anwendung von Gender Mainstreaming ist als Organisationsentwicklungsprozess zu gestalten. Sie zielt auch auf die Veränderung der Organisationskultur sowie auf Neuzuschnitte von Problembearbeitungen (vgl. Höying/ Lange 2004).

Die Anwendung dieses Prinzips dient allgemein der Herstellung der Chancengleichheit, verlangt aber eine genaue Zieldefinition für das jeweilige Arbeitsfeld. Die Operationalisierung von geschlechterpolitischen Zielsetzungen ist dabei eine der schwierigsten Implikationen von Gender Mainstreaming. Gender Mainstreaming ist nicht die Definition des Zieles selbst, sondern ein Verfahren, um ein bestimmtes Ziel zu erreichen. Damit ist das Konzept offen für verschiedene geschlechterpolitische Optionen.

Die Strategie ist für Organisationen geeignet, die im weitesten Sinne politisch handeln, seien es Ministerien, Behörden, kommunale Verwaltungseinheiten, Verbände, Vereine oder Gewerkschaften, aber auch Bildungsinstitutionen wie Schulen, Hochschulen oder Volkshochschulen. Gender Mainstreaming ist eine Strategie für Organisationen, die demokratisch legitimiert sind und die Lebensbedingungen allgemein und damit direkt oder indirekt auch die Geschlechterverhältnisse regeln und gestalten.

In Gender Mainstreaming Prozessen werden verschiedenste Methoden genutzt. Es wird unterschieden zwischen analytischen (z.B. 3-R-Methode, Gender Impact Assesment - GIA, Budgetanalysen, Checklisten), pädagogischen (Gendertraining, Genderworkshop) und partizipatorischen Techniken (Think-tanks, Zukunftswerkstätten, Hearings) (vgl. Meuser/Neusüß 2004).

2. Verhältnis zu a
nderen geschlechterpolitischen Strategien

Gender Mainstreaming ist eine neue geschlechterpolitische Strategie, die an den vorhandenen ansetzt und sie ergänzt.

Pressestimmen

"Sozialpädagogischen Fachkräften sowie Lehrenden und Studierenden der Sozial- und Erziehungswissenschaften vermittelt das Buch differenziertes Genderwissen und praxistaugliche Kompetenzen." Soziale Arbeit - Zeitschrift für soziale und sozialverwandte Gebiete, 02/2009
"Das Buch bietet den Leserinnen und Lesern einen guten Einblick in die Grundlagen der Thematik und einen vertiefenden Blick in die Praxis." SI:SO - Siegen:Sozial, 02/2008
"Es zeigt sich in allen Bereichen, dass die Umsetzung von Gender Mainstreaming jeweils einer spezifischen Anpassung auf das jeweilige Arbeits- und Handlungsfeld bedarf. Wenn es vielerorts an feministischem Bewusstsein fehlt, so kann Genderkompetenz doch erworben werden. Und dieses Buch leistet einen hervorragenden Beitrag hierzu." AEP Informationen - Feministische Zeitschrift für Politik und Gesellschaft, 04/2008

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EAN: 9783531909165
Untertitel: 2008. Auflage. Dateigröße in MByte: 1.
Verlag: VS Verlag für Sozialwissenschaften
Erscheinungsdatum: Mai 2008
Seitenanzahl: vi213
Format: pdf eBook
Kopierschutz: Adobe DRM
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