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Identitäten in Europa - Europäische Identität


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Dezember 2007

Beschreibung

Beschreibung

Aus theoretisch-formaler und aus konkret-kultureller Perspektive untersuchen die Autoren des Sammelbandes europäische Identität als eigenständige Vorstellung und in ihren bereits gelebten, regional unterschiedlichen Realisierungen. Im Mittelpunkt stehen folgende Themen: Normen einer europäischen Identität; Statik und Dynamik von Identitätsangeboten; Raum, Distanz und Identität; Identitätskonstruktionen in Sprache, Literatur und Kunst.

Inhaltsverzeichnis

Mit Beiträgen einer wissenschaftlichen Tagung im Deutsch-Italienischen Zentrum Villa Vigoni von Christiane Liermann, Carsten Kretschmann, Lazaros Miliopoulos, J. Erika von Rautenfeld, Stefan Raueiser, Reiner Marcowitz, Marie-Emmanuelle Reytier, Heléna Tóth, Eva Oberloskamp, Márta Fazekas, Bernd Sösemann, Ute Pannen, Valerie Popp, Leonhard Herrmann, Irene Vogt, Cornelia Bruell, Markus Krienke, Matthias Belafi.

Portrait

Dr. Markus Krienke ist Habilitand am Lehrstuhl für Christliche Sozialethik der Kath.-Theol. Fakultät der LMU München, Stipendiat der Eugen-Biser-Stiftung und lehrt als Gastprofessor am Studio Teologico Laurentianum in Venedig.

Matthias Belafi M.A. ist Junior Fellow am Zentrum für Europäische Integrationsforschung (ZEI) der Universität Bonn und Forschungsassistent am Centrum für angewandte Politikforschung (CAP) der Universität München.

Leseprobe

Einleitung (S. 1)

Matthias Belafi und Markus Krienke

Seitdem mit der zunehmenden Integration des Kontinents die Diskussion um eine Europäische Identität" eingesetzt hat, hat die Thematik der Identität( en) in Europa nichts an Aktualität eingebüßt. Als ein Dauerthema" bleibt es vielmehr seit vielen Jahren gefragter Gegenstand sowohl des wissenschaftlichen Diskurses als auch der öffentlichen politischen Diskussion.

Dazu haben auch die jüngsten politischen Entwicklungen beigetragen: Die enormen Schritte der Erweiterung und der Vertiefung, die die Europäische Union mit der Aufnahme zwölf neuer Mitgliedstaaten seit dem Jahr 2004 und dem am 17./18. Juni 2004 in Brüssel verabschiedeten und am 29. Oktober 2004 in Rom unterzeichneten Vertrag über eine Verfassung für Europa gegangen ist, bescheren der Frage nach dem Zusammenhalt Europas ungebrochene Aktualität.

Nicht zuletzt wirft auch die heutige Krise der Europäischen Union, die auch aus dieser schnellen Entwicklung heraus entstanden ist und sich in den negativen Verfassungsreferenden in Frankreich und den Niederlanden geäußert hat, neue Fragen auf. Die Integration Europas verharrt zwischen den Nationalstaaten und einer vollständigen politischen Integration des Kontinents.

Während viele Europäer fürchten oder hoffen, die EU sei ein Staat im Werden, bleiben für andere die Nationalstaaten die maßgebliche Bezugsgröße. Und während die Nationalstaaten derzeit wieder stärker darauf beharren, die Entscheidung über die weitere europäische Entwicklung nicht aus der Hand zu geben, entwickelt sich die EU gleichzeitig zu einem immer bestimmenderen politischen Faktor.

In dieser Verzahnung zeigt sich, dass diese Entwicklungen keinen Widerspruch darstellen, sondern in einem dynamischen Verhältnis zueinander stehen. Gleiches gilt für die Identitäten in Europa: Dass Europa ein wichtiger Bezugspunkt der Deutschen ist, zeigt eine vom Bundesverband deutsch
er Banken in Auftrag gegebene repräsentative Umfrage aus dem November 2006, nach der acht von zehn Deutschen stolz darauf" sind, Europäer zu sein.

Dass dies kein Widerspruch zu einer nationalen Identität darstellt, zeigt sich daran, dass neun von zehn derjenigen, die Nationalstolz empfinden, auch stolz darauf sind, Europäer zu sein. Eine klare Mehrheit der Befragten glaubt zudem nicht, dass durch die europäische Einigung das verloren geht, was Deutschland ausmacht". Vielmehr wünscht sich eine Mehrheit der Deutschen ein stärkeres europäisches Bewusstsein. Dabei geht die Hälfte der Befragten davon aus, dass es als Grundlage dafür eine gemeinsame europäische Kultur gibt (Bundesverband deutscher Banken 2006).

Hier zeigt sich, dass europäische, nationale und regionale Identitäten nicht exakt voneinander getrennt werden können. Sie schließen sich gegenseitig nicht aus, sondern bedingen einander und ergänzen sich. In diesem Kontext ist auch der Dreiklang von Heimat, Vaterland und Europa" zu sehen, mit dem sich Helmut Kohl (wie, nebenbei bemerkt, auch die Herausgeber) stets als Pfälzer, Deutscher und Europäer definiert hat. Für ihn stellten Deutsche Einheit und Europäische Einigung zwei Seiten derselben Medaille dar.

Die Europäische Integration ist nur erfolgreich, wenn sie die Identitäten in Europa nicht ersetzen will, sondern die eigene Identität in ihrem europäisch genuinen Plural lebt, der aber eben auch Gemeinsamkeiten hat. Das Europa im Zeitalter der Globalisierung braucht zum Gelingen seiner Einigung beides: Die Herausstellung und Fortbildung seiner gemeinsamen Identität muss einhergehen mit der als Bereicherung verstandenen Differenz.Das Motto des Europäischen Verfassungsvertrages In Vielfalt geeint" ist damit gleichzeitig Erbe sowie Auftrag und ständige Herausforderung für Europa.

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EAN: 9783835054622
Untertitel: 2007. Auflage. eBook. Dateigröße in MByte: 3.
Verlag: Deutscher Universitätsverlag
Erscheinungsdatum: Dezember 2007
Seitenanzahl: xi391
Format: pdf eBook
Kopierschutz: Adobe DRM
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